Nach einer überaus erfolgreichen Saison mit zwei Landesmeistertiteln, zwei DM-Teilnahmen sowie vier weitere Medaillen bei norddeutschen und niedersächsischen Meisterschaften macht 800-Meter-Ass Nortje Dickebohm vom Oldenburger TB nun den nächsten Karriereschritt. Mit Stichtag 1. Januar ist die 17-Jährige zur LG Olympia Dortmund gewechselt. Der Verein gilt als eine der großen Talentschmieden in der deutschen Leichtathletik.
Der Abschied
„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge nach Dortmund, weil das schon ein großer Schritt für eine 17-Jährige ist“, sagt die bisherige OTB-Athletin mit Blick auf die großen Chancen, die der Wechsel ins Ruhrgebiet bietet, und auf die Herausforderungen, die damit verbunden sind. Der Abschied aus ihrer Heimatstadt dürfte ihr dadurch leichter fallen, dass ihre Familie für dieses Jahr einen Umzug nach Wolfenbüttel geplant hat.
Die Medaillen
Einmal EM-Silber, zwei DM-Triumphe, zehn weitere Medaillen auf nationaler Ebene sowie 48 Landestitel: das ist die stolze Ausbeute der Dortmunder Nachwuchsabteilung von Trainer Lars Schelp. Der Sportlehrer mit einer Leichtathletik-A-Lizenz hatte die junge Oldenburgerin über Instagram kontaktiert, der Familie seine Ideen vorgestellt und das OTB-Talent für Anfang November zu einem Probetraining nach Dortmund eingeladen. „Schelp hatte Nortje schon länger im Blick. Er spricht nur Athleten an, die in sein Konzept passen“, erklärt Björn Dickebohm, der seine Tochter bisher betreut hatte. Wichtig seien Schelp die Zeiten über 800 Meter wie auf kürzeren Strecken, erklärt der Papa: „Außerdem sollen die Sportler noch nicht austrainiert sein.“
Die Bedingungen
In Schelps Trainingsmethodik finde er viel von seiner eigenen wieder, betont Björn Dickebohm. Dazu begeistert ihn und seine Tochter, dass es in Dortmund mit Blick auf die Sponsoren-Unterstützung sowie die annähernd optimalen Bedingungen deutlich professioneller zugehe, als es in Oldenburg überhaupt möglich wäre. Trainiert wird in einer kleinen Gruppe von maximal sechs bis sieben Athleten, die alle auf sehr hohem Niveau unterwegs sind.
Die Trainingslager
Das vereinseigene Sportzentrum des TSC Eintracht Dortmund in Sichtweite der Bundesliga-Arena der BVB-Fußballer lässt kaum Wünsche offen. Neben einer Laufbahn und einem Fitnessraum gibt es seit kurzem auch ein Outdoor-Fitnessstudio. Die Helmut-Körnig-Halle, in der schon mehrfach um Leichtathletik-DM-Titel gekämpft wurde, ist fußläufig erreichbar. Beim Training werden regelmäßig Laktat-Tests gemacht. Weitere Leistungsdiagnostik und eine sportpsychologische Betreuung gehören zum Angebot. Bereits über Silvester ging es für Dickebohm mit ihrer neuen Trainingsgruppe erstmals in ein gemeinsames Camp nach Monte Gordo an der Algarve in Portugal. In den Osterferien ist ein weiteres Trainingslager in Südafrika geplant.
Das Abitur
„Ich werde in Dortmund bei meiner Oma wohnen und ab Mitte Februar wieder zur Schule gehen, nachdem ich zuletzt in Oldenburg ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Tagespflege gemacht habe“, erzählt Nortje Dickebohm, die am Dortmunder Goethe Gymnasium, einer Eliteschule des Sports, ihr Abitur machen möchte. Neben Leichtathleten werden hier unter anderem auch Fußballer, Handballer, Turner, Ruderer, Schwimmer sowie Eiskunstläufer gefördert. Die Schüler können ihre Sporteinheiten (teilweise sogar zweimal täglich) sowie Trainingslager und Wettkämpfe, die sich nicht am Schulkalender orientieren, optimal mit Klausuren, Prüfungen und anderen schulischen Veranstaltungen koordinieren, da sie ein Jahr länger Zeit haben, ihr Abitur zu machen. (Quelle NWZ: 06.01.2026)