Aktuelles von den Wanderern

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16.10.2021

46. Wanderreise des OTB führt nach Sangerhausen

Wanderungen und Vorträge in abwechslungsreicher Synthese

Auch im 2. Corona-Jahr brachen am 12. September 31 Wanderinnen und Wanderer mit dem Bus auf zu einer sechstägigen Wanderreise nach Sangerhausen, gelegen am Südostrand des Harzes in Sachsen-Anhalt – erneut unter der bewährten Leitung von Bettina von Alten, dieses Mal unterstützt von Heiko Dinklage und Siegmund Fröhlich. Es war eine Wanderreise, die uns sowohl bei unseren täglichen Wanderungen an den Vormittagen als auch bei nachmittäglichen Besichtigungen und abendlichen Vorträgen viele Informationen brachte über Geschichte, Kultur, Geologie und Botanik, die zum Verständnis einer Landschaft und ihrer Entwicklung dazugehören.

Bereits auf der Hinfahrt bereitete uns Heiko Dinklage auf unser Reiseziel Sangerhausen und die Umgebung vor. Sangerhausen ist eine ehemalige Bergbaustadt mit ca. 25.700 Einwohnern, aber flächenmäßig etwa doppelt so groß wie Oldenburg – bedingt durch viele Eingemeindungen nach der Wende. Der Abbau von Silber und Kupfer begann im Mittelalter, verringerte sich stark im 19. Jahrhundert. Nach dem 2. Weltkrieg nahm die DDR den Abbau des Kupferschiefers wieder auf, der nach der Wende wegen Unwirtschaftlichkeit endgültig eingestellt wurde. - Sangerhausen wird auch stets mit Rosen in Verbindung gebracht durch das 1903 hier eröffnete Rosarium, das die größte Rosensammlung der Welt besitzt.

Ein erster Stopp auf der Hinreise wurde in Hohe Geiß im Harz an der früheren deutsch-deutschen Grenze eingelegt. Ein ehemaliger westdeutscher Zollbeamter, Herr Manfred Gille, der genau hier im Einsatz gewesen war, schritt mit uns eine kurze Strecke ab, zeigte uns Reststücke des metallenen Grenzzauns, die heute einen Privatgarten umgeben und berichtete von seiner damaligen Tätigkeit, den wenig erfreulichen Vorkommnissen, z. B. eine missglückte Flucht mit Todesfolge. Auch auf dem jetzt als bundesweiter Wanderweg ausgewiesenen ehemaligen Kolonnenweg wanderten wir ein wenig, ehe es über den nunmehr mit Gras und Gehölzen bewachsenen ehemaligen Todesstreifen zurück zum Bus ging.

Gleich am nächsten Tag unternahmen wir eine ca. 11 km lange Rundwanderung auf dem „Pfad der Wildrosen“. Da Wildrosen nur einmal im Jahr blühen, erkannten wir sie jetzt nur an den roten Hagebutten. - Auf der Führung durch das Rosarium am Nachmittag erfuhren wir, dass man Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Züchtung von mehrfach im Jahr blühenden Rosen begonnen hatte. Daher lohnte sich für uns ein Besuch dort auch im Monat September. In diesem nunmehr auf 13 ha vergrößerten Gelände wachsen mehr als 8.600 verschiedene Rosenarten und Jahr für Jahr werden neue angepflanzt, wenn sie - ohne Chemie in verschiedenen Städten Deutschlands gezüchtet - eine Prüfung durch ADR (= Allgemeine Deutsche Rosenneuheiten -Prüfung) bestanden haben. Mit dem Label „ADR“ versehene Rosen sollen bes. widerstandsfähig sein gegen Krankheiten wie Sternrußtau und Rosenrost. Aber auch die alten Rosenarten will man hier erhalten.

Am folgenden Tag lernten wir die 1951/52 erbaute Talsperre Wippra kennen und umrundeten zusammen mit einem Förster, der den dortigen 2000 ha großen Staatsforst beaufsichtigt, den aufgestauten idyllischen See auf einer – bis zum Grillplatz - ca. 8 km langen Wanderung. Die Talsperre war ursprünglich angelegt sowohl für den Abbau des Kupferschiefers, wofür man Wasser benötigte, als auch zum Schutz der Stollen. Heute dient diese Talsperre – wie viele andere im Harz, die ebenfalls für den Bergbau erbaut worden waren - dem Hochwasserschutz, der Fischerei, der Naherholung und der Stromerzeugung. Mehrfach auf unseren Wanderungen und Busfahrten durch den Harz sahen wir nicht nur viele kahle ehemalige Nadelwaldflächen mit noch vereinzelt dastehenden toten Fichten – ein trauriger Anblick! Wir erfuhren auch, dass Buchen ebenfalls unter dem Wassermangel leiden, z. T. vom kleinen Buchenborkenkäfer oder Buchenspringrüssler befallen und somit vom Absterben bedroht sind. Das betrifft vor allem alte Bäume, die wegen der früher reichlicheren Niederschläge nicht so tief wurzeln mussten.

Auf die Stadtführung an diesem Nachmittag hatte uns gleich am Abend der Ankunft der engagierte Vorsitzende des Geschichtsvereins Sangerhausen mit einem Vortrag über die Stadtgeschichte und Kultur vorbereitet. - Wir besichtigten die beiden alten Kirchen in der Altstadt, St. Jacobi, eine gotische Hallenkirche sowie St. Ulrici, eine romanische Kirche, das älteste kulturgeschichtliche Bauwerk der Stadt, sie ist eine der Stationen auf der Straße der Romanik. Am Marktplatz fallen neben einigen Fachwerkhäusern, dem spätgotischen Rathaus und dem sog. neuen Schloss aus der Zeit der Renaissance zahlreiche alte Ackerbürgerhäuser mit großen Toren auf, die gut restauriert sind und ebenfalls unter Denkmalsschutz stehen. An vielen Hausfassaden ist ein hochwachsender Rosenstock gepflanzt, die Rose als Wahrzeichen Sangerhausens. Insofern war das „Rosen Hotel“ ein adäquates Nachtquartier für uns!

Am dritten Tag genossen wir auf einer Wanderung entlang der Helme eine Flusslandschaft, die mit dem Titel „Flusslandschaft des Jahres 2012/13“ geadelt wurde, gelegen am Südrand von Sangerhausen. Die insgesamt 74 km lange Helme war, nachdem zunächst als Hochwasserschutz begradigt, wieder renaturiert worden, und zwar im Einklang mit nachhaltigem und naturnahem Wirtschaften. Wir wanderten an riesigen Flächen von Streuobstwiesen vorbei, die von den Anwohnern abgeerntet werden dürfen, was leider kaum geschieht, wie uns eine einheimische Frau mit einigen Taschen voll Obst an ihrem Rad berichtete. Mit gutem Gewissen bückten sich einige von uns nach dem Fallobst oder pflückten Birnen und Äpfel als „Marschverpflegung“. Diese Wiesen werden beweidet, es sind sog. Umtriebsweiden, was wir beobachten konnten, als neben der dort grasenden Schafherde eine neue Weidefläche abgesteckt wurde. Viele dieser Streuobstwiesen, denen wir auch auf anderen Wanderungen immer wieder begegneten, gab es bereits zu DDR-Zeiten; sie wurden von den Genossenschaften bewirtschaftet, die das Obst vermarkteten. Heute werden neben den uns bekannten auch zahlreiche alte Apfel- und Birnensorten angebaut und vorgestellt; als Event für Touristen werden seit einigen Jahren in einigen Orten jährlich Streuobsttage gefeiert, wie Irmgard Mohrmann berichtete.

Eine gut fußläufige Gruppe erweiterte diese Wanderung durch eine Umrundung einer der drei Abraumhalden, die wie weithin sichtbare Pyramiden als „technisches Denkmal“ für den ehemaligen Bergbau Sangerhausen umgeben und somit auch ein Wahrzeichen für diese Stadt sind. Diese „Pyramiden“, teilweise höher als die ägyptischen, dürfen nicht betreten werden, nur eine von ihnen wird 2 x im Jahr auf einer festgelegten Route für die Besteigung freigegeben.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in Bad Frankenhausen besuchten wir am selben Nachmittag das dortige Panorama Museum, in dem das von Werner Tübke entworfene und gemalte Panorama hängt: Höhe der Leinwand = 14,5 m, Länge = 123 m. Auf diesen Besuch hatten uns unsere beiden Mitreisenden Eckhard Grotelüschen und Folker von Hagen an den beiden vorhergehenden Abenden in ihren Vorträgen mit unterschiedlichen Schwerpunkten vorbereitet. So frischte Eckhard Grotelüschen unsere Geschichtskenntnisse auf über die Bauernkriege in der Lutherzeit, deren letzte Schlacht 1525 unter Thomas Müntzer in der Nähe von Bad Frankenhausen stattfand und die für die aufständischen Bauern sehr verlustreich und erfolglos, was ihre Forderungen anbelangte, endete. Folker von Hagen gab anhand von vielen Bildern einen Abriss über die Entwicklung der bildlichen Darstellung und deren oft religiöse Motive oder auch politische Aussagen seit den Höhlenmalereien bis zur heutigen Zeit. Da die Kunst in der DDR auch der nationalen Propaganda dienen sollte, wurde Werner Tübke nach der Rehabilitierung von Thomas Müntzer 1976 der Auftrag zu einem Panoramabild erteilt, das dem „Deutschen Bauernkrieg“ gewidmet sein sollte. Kurz vor der Wende im September 1989 wurde das Panorama Museum eröffnet, für dessen Besuch man sich ausreichend Zeit lassen sollte; eine kurze Filmvorführung am Beginn zeigt den Entstehungsprozess des riesigen Gemäldes und auch den Künstler mit seinen Mitarbeitern während der mehrjährigen Arbeit.

Auf die Wanderung am letzten Tag bereiteten uns Siegmund Fröhlich (Entstehung der Karstlandschaft) und Irmgard Mohrmann (Flora in der Karstlandschaft) in ihren Vorträgen vor. - Diese Karstlandschaft, die man auf einem 200 km langen Wanderweg am Südrand des Harzes von Sangerhausen bis Osterode durchwandern kann, entstand durch ständige ober- und unterirdische Verwitterung der in den unter-schiedlichen Perioden in Jahrmillionen entstandenen Sedimentgesteine, wodurch sich unterirdische Höhlen und oberirdische Geländeformen bildeten. So versickern auch manches Mal Gewässerläufe mitten im Gelände im Gestein, was uns bei unserer Wanderung am folgenden Tag gezeigt wurde, oder Seen fallen plötzlich trocken usw.

Wir erwanderten einen kleinen Teil dieses Karstwanderweges mit Start in Hainrode, wo uns zuvor noch das alte im Aussterben begriffene Handwerk des Besenbindens von drei netten Rentnern vorgeführt wurde. Sie konnten sogar einige ihrer Besen an uns verkaufen.

Auf dieser Wanderung von Hainrode bis Questenberg erhielten wir von unserem sachkundigen Führer, Herrn Armin Hoch, sehr viele Informationen über das von ihm zur Kontrolle unterstellte gut 30.000 ha große Karstgebiet, das als Biosphärenreservat ausgewiesen ist. Ziel sind nicht nur Naturschutz und Bewahrung, sondern auch eine nachhaltige Entwicklung und langfristige Sicherung des Gebietes durch Zusammenarbeit mit den Bewohnern, die gemäß den amtlichen Vorgaben Land- und Forstwirtschaft betreiben; auch Unternehmer werden mit einbezogen; Erholung suchende Menschen dürfen hier wandern. Unser Führer wies uns auch immer wieder auf die Besonderheiten dieser Landschaft hin, z. B. haben wir u. a. nun bewusst „Dolinen“ wahrgenommen, eines der Merkmale von Karstlandschaften, von deren Vorhandensein uns Siegmund am Vortag berichtet hatte. Auch hier begleiteten uns Streuobstwiesen neben unserem Wanderweg, und an einem Aussichtspunkt konnten wir in der Ferne den Kyffhäuser entdecken, was witterungsbedingt nur selten möglich sein soll. - Einige Pflanzen in dem von Irmgard Mohrmann in ihrem mit zahlreichen Bildern bestückten Vortrag versuchten wir zu entdecken.

Am Nachmittag wurde der Besuch des Spenglermuseums in der Stadt angeboten, in dem das Skelett eines ca. 500.000 Jahre alten Steppenmammuts die Hauptattraktion bildet, das 1930 in der Nähe von Sangerhausen in einer Kiesgrube entdeckt und ausgegraben wurde.

Am letzten gemeinsamen Abend haben wir es gewagt, die Tradition des gemeinsamen Singens von Wanderliedern wieder aufzugreifen, allerdings saßen wir brav in einem gewissen Abstand voneinander. Helga Meyer stimmte die Lieder an, und Elfriede Coburger las – der Tradition entsprechend - eine plattdeutsche Geschichte vor, die Bezug zu Bergen hatte.

Die Rückreise hielt weitere Höhepunkte bereit. Wir machten Halt an der Rhumequelle am Südwestrand des Harzes und umrundeten den ca. 30 m langen und 20 m breiten Quellteich mit glasklarem Wasser, aus dem durchschnittlich pro Sek. ca. 2000 l Wasser austreten, was durch leichte Wellenbewegungen für uns sichtbar wurde. Sie ist die drittgrößte Quelle Europas und wird gespeist durch mehrere unterirdische im Karst verlaufende Flüsse; auch im Winter friert sie nie zu.

Der zweite Halt wurde in Hannover eingelegt, wo wir zunächst ein wenig Zeit hatten, um ein kleines Areal des großen Berggartens, der zu den Herrenhäuser Gärten gehört, kennenzulernen. Nach einem üppigen Picknick am Bus spazierten wir in zwei Gruppen durch die blühenden Anlagen der Herrenhäuser Gärten und erhielten von unseren Führern sehr ausführliche Informationen über die Geschichte, die Anpflanzungen, Pflege usw., ehe wir endgültig die Heimreise antraten.

Vieles von dem, was wir auf dieser schönen Reise bei durchweg gutem Wanderwetter erlebt haben, kann in diesem Reisebericht nur angedeutet werden. Unser großer Dank gilt nicht nur den Mitreisenden für ihre informativen Vorträge am Abend, sondern auch den beiden Mitstreitern Heiko Dinklage und Siegmund Fröhlich für die Planung, umfangreiche Vorbereitung und Durchführung vor und während der Reise. Unser größter Dank aber gilt Bettina von Alten für ihr großes Engagement, ihre Begeisterung und ihre immer gute Laune, die sie sich auch nicht von manchmal unpünktlichen Busfahrern verderben ließ.

Eva-Maria Fischer

21.07.2021

Wanderer blicken auf ein pandemisches Wanderjahr 2020 zurück

Jahresbericht 2020 auf der Abteilungsversammlung vorgestellt

Bericht des Abteilungsleiters über das Wanderjahr 2020

Wandern mit Corona-Einschränkungen

Unser Wohlbefinden hängt zu großen Teilen von ausreichender Bewegung ab. Stoffwechsel, Kraftgewinn, Ausdauer, Beweglichkeit – Bewegung an frischer Luft tut einfach gut. Und in Zeiten des Virus von SARS-Cov 2 brauchen wir uns an der frischen Luft keine Gedanken über eine schädliche Konzentration von Aerosolen zu machen, denn die werden vom Wind auseinandergeweht, so die Virologen.

Wandern ist Gesundheitssport, auch und gerade in Zeiten der Pandemie

Die Wanderabteilung hat zum Stichtag 31.12.2020 123 Mitglieder, davon 99 aktiv, 24 inaktiv. 50 Mitglieder wandern beim WGC, 46 bei den Sonntagswanderern und 11 bei den Seniorenwanderern.

„Nur wo du zu Fuß hingegangen bist, bist du auch wirklich gewesen“, so Johann Wolfgang von Goethe. Schauen wir uns das Wanderjahr 2020 an, blicken wir auf geplante 52 Wanderungen (ohne Seniorenwandergruppe) zurück. Wegen des Lockdowns im März, April und Mai und des Teil-Lockdowns im November und Dezember sowie des damit verbundenen Verbotes von Gruppenwanderungen konnten lediglich 33 Wanderungen durchgeführt werden. Auch in diesem Jahr spielte das Wetter wieder einmal hervorragend mit. Wir hatten viel Sonnenschein und wenig Niederschlag bei unseren Touren.

Sonntagswanderer

Wie in den vergangenen Jahren auch, trafen sich die Sonntagswanderer auf dem OTB Parkplatz am Haarenufer zu ihren Wanderungen in die Umgebung. Regelmäßig nahmen 20 bis 30 Wanderer an den Wanderungen teil. Im Wanderjahr 2020 waren insgesamt 26 Wanderungen geplant, durchgeführt wurden wegen der Pandemie lediglich 16 Wanderungen. Ab März bis zum 18. Juli ruhten alle Gruppenaktivitäten, nach dem Wiederbeginn der Gruppenwanderungen am 19. Juli erfolgte dann ab November bis Ende Dezember erneut eine Wanderpause aufgrund der vom Land verhängten Kontaktregeln. Die kleine Kulturwanderung musste wegen des Lockdowns leider ebenfalls abgesagt werden. Zum Glück konnte die Wanderreise nach Damme stattfinden.

Sehr gut war auch in diesem Jahr das Interesse an dieser Wanderreise der Wanderabteilung, die traditionell von der Sonntagswandergruppe organisiert wurde und zum 45. Mal stattfand. Dreißig WanderfreundInnen nahmen teil. Ein herzlicher Dank für die Vorbereitung und Organisation dieser Fahrt geht an Bettina von Alten, Anne Dobrat, Klas Krüger und Hille und Hans-Martin Schutte. Die Reise führte diesmal vom 02. – 06. September nach Damme. Die Teilnehmer erlebten diese kleine gepflegte Stadt sehr intensiv. Wissenswertes über die Stadt und seine Geschichte wurde durch einen örtlichen Führer nahegebracht. Die Teilnehmer durchwanderten die Umgebung, teils mit örtlicher Führung, teils führten Mitglieder des Leitungsteams. Sowohl gemeinsame als auch unterschiedliche Ziele waren für die drei Wandergruppen (Langlöper, Kurzpedder, Spaziergänger) vorgesehen.

Bedingt durch die kurze Anfahrt wurde noch am Anreisetag eine erste Wanderung in das Bexaddetal unternommen. Der Weg verlief durch die nach der Saaleeiszeit gebildete Endmoränenlandschaft der Dammer Berge, deren höchste Erhebung 146 m beträgt. In den folgenden Tagen wurde auf den Spuren des ehemaligen Erzbergbaus gewandert, außerdem ging es zum Dümmer, der ca. zweieinhalb Mal so groß wie das Zwischenahner Meer ist, aber nur durchschnittlich 1,40 m tief.

Interessante Vorträge von Eckhard Grotelüschen über den Erzbergbau in Damme sowie Hans-Martin Schutte über die wechselvolle Geschichte des Münsterlandes und dessen Zugehörigkeit erst zum Fürstbistum Münster und später zum Großherzogtum Oldenburg bereiteten die Teilnehmer auf die Wanderungen vor und rundeten sie ab.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen im Klosterhotel Damme wurde dann die Heimfahrt nach Oldenburg eingeleitet, wo am späten Nachmittag eine kurzweilige Reise ihr Ende fand.

Ein ausführlicher Bericht von Eva-Maria Fischer ist in OTB-Mitteilungen Nr.4/2020 erschienen.

Die geplante Kulturwanderung fiel leider in die Zeit des Lockdowns und musste abgesagt werden.

Der neue Wanderplan für 2021 ist inzwischen von den Wanderfreunden Anne Dobrat und Dieter Mielenz zusammengestellt worden. Für das traditionelle mittägliche Eintopfessen in den Zielgasthöfen sorgt wieder Gerda Salomon, der an dieser Stelle besonders gedankt wird.

Im Winterhalbjahr (von Oktober bis März) fand – wie in den Vorjahren auch – das beliebte Wanderliedersingen statt. Helga Dalenbrok gilt dafür besonderer Dank.

Seniorenwandergruppe

Die Organisation der Seniorengruppe erfolgte – wie in den Vorjahren - durch Peter Holl und Hajo Gerdes. Die noch Aktiven der Seniorengruppe wurden durch einige WGC – Wanderer ergänzt. Die Gruppe – regelmäßig zwischen 5 bis 7 Teilnehmer stark - trifft sich weiterhin jeden Dienstag um 14 Uhr, um einen gemeinsamen Kaffee - Spaziergang im Eversten Holz zu unternehmen.. Mit einem gemeinsamen Kaffee-Trinken im Cafe Cantuccini in der Meinardusstr. endet der Spaziernachmittag. Nach dem ersten Lockdown haben die Seniorenwanderer ihre Aktivitäten vorübergehend eingestellt. Auch die Seniorenwanderer nehmen das Kontaktverbot und den Gesundheitsschutz sehr ernst.

Weitgehclub (WGC)

Der nunmehr seit 72 Jahren bestehende Weitgehclub (WGC) wollte im Jahr 26 Wanderungen durchführen, konnte wegen der gesetzlichen Auflagen aber lediglich zu 17 Wanderungen tatsächlich starten. Der Chronik nach waren es die Wanderungen 1.800 bis 1.816. Jeden zweiten Dienstag wurde im Umkreis von Oldenburg gewandert – die Langlöper um 8.00 Uhr, die Middelpetter um 9.00 Uhr und die Kurztreter um 9.30 Uhr. Treffpunkt war immer eine Gaststätte/ein Restaurant. Von dort ging es dann unter der Leitung der jeweiligen Wanderführer auf einen Rundwanderkurs von 20 km/15 km/10 bzw. 5 km. Um 12.30 Uhr trafen sich die Gruppen wieder zum gemeinsamen Mittagessen, jedenfalls bis der Lockdown auch das gemeinsame Mittagessen unmöglich machte. Nach Wiederaufnahme der Wanderungen ab 09. Juni wurde in den Wandergruppen improvisiert. Einzelne Gruppen suchten sich Restaurants mit Außengastronomie, damit unter freiem Himmel sorglos mit dem nötigen Abstand doch noch gemeinsam gegessen werden konnte. Ab November bis zum Ende des Jahres wurden die Gruppenwanderungen erneut eingestellt, da die Kontaktregeln ein Wandern in Gruppen nicht mehr zuließen.

Wie gewohnt sorgte Heiko Dinklage dafür, dass wir unseren erwanderten Appetit mit kleinen Gerichten und leckeren Desserts decken konnten. Nachmittags ließen einige Unentwegte den Wandertag mit einer kurzen Wanderung von 5 bis 6 km ausklingen. Das stellten wir dann ab 17. März ein, da sich die einzelnen Gruppen nicht mehr zum gemeinsamen Essen treffen konnten.

Die „Kleine Kulturwanderung“, die uns unter Leitung von Folker von Hagen zur Uni Vechta und zur dortigen evangelischen Kirche, die zugleich Kirche des Frauengefängnisses ist, führen sollte, mussten wir leider ebenfalls absagen. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Die Generalversammlung – erstmals gehalten von unserem neuen Vortreter Berndt Wozniak – mit dem anschließenden gemeinsamen Grünkohlessen war wieder ein Höhepunkt des Wanderjahres. Unser zum Ehrenvortreter ernannter Dieter Finck ließ es sich nicht nehmen, in seinem detaillierten Statistikbericht die Jahreswanderleistungen zu würdigen.

Der amtierende Kohlkönig Hans-Jürgen der I. (Eßer) überreichte dann die Würde an Jochen I. Schuler. Mit einfühlsamer Gitarrenmusik gedachten dann Jochen Schuler und Rudi Falk dem kurz zuvor verstorbenen Wanderbruder Dieter Hundt.

Traditionskohlfahrt

An der Traditionskohlfahrt des OTB, die am 02.02.20. zum 150. Mal stattfand, nahmen einige Wanderfreunde teil. Die Wanderung führte diesmal vom Diekert´s - OTB-Tennisheim - in den Wildenloh und zurück. Unser Wanderbruder Berndt Wozniak nahm aus der Hand des bisherigen Kohlkönigs Jochen Steffen die Königswürde entgegen. Ihm zur Seite steht Katja Leinau aus der Tanzabteilung als Königin.

Ehrungen

Die Ehrungen durch den Vorstand im Rahmen einer gemeinsamen Feierstunde sind in diesem Jahr Corona - bedingt entfallen. Innerhalb der Wanderabteilung wurden besonders geehrt:

Folker von Hagen und Heiko Wohlers für 4.000 km und Berndt Wozniak für erwanderte 3.000 km. Hier noch einmal ein herzlicher Glückwunsch für diese Wanderleistung.

Erwähnenswert sind folgende runde Geburtstage, die Mitglieder unserer Wanderabteilung im vergangenen Wanderjahr vollendet haben:

80 Jahre: Angelis, Gregor, Benning, Heinz, Boeneß, Ellen, Dinklage, Heiko, Hanke, Gudrun, Hauck, Heide, Meiners, Heinrich, Schuler, Jochen, Tykiel, Rudolf, Vollmers, Edelgard, Wohlers, Heiko, Wrede, Jörn

90 Jahre: Niedrig, Joachim, Niemann, Edith

Besonders hervorheben möchte ich auch in diesem Jahr alle WanderInnen, die im vergangenen Jahr älter als 90 Jahre wurden:

Rudolf Dohrmann (96), Edith Hedden (92), Hans Hemmen (97), Paul Hey (100), Ilse Kristin (97), Annemarie Krull (95), Hermann Rudolph (95), Marga Süykers (95)

Unsere herzlichen Glückwünsche zur Vollendung dieser hohen Geburtstage.

 

Zu unserem Leben - auch zu einem Wanderleben - gehören Abschiede!

Wir Wanderer haben auch im vergangenen Jahr langjährige Wanderfreunde verloren!

Zusammen mit den Angehörigen betrauern wir den Tod von

Otto Keune im März im Alter von 97 Jahren

Kurt Ames im Juli im Alter von 82 Jahren

Fritz Lehmann im August im Alter von 85 Jahren

Gisela Ahlring im August im Alter von 96 Jahren

Horst Barelmann im Oktober im Alter von 80 Jahren

Richard Witkowski im Oktober im Alter von 85 Jahren

Viele aus unserem Kreis erinnern sich an die gemeinsamen Wanderungen mit den Verstorbenen und werden sie in guter Erinnerung behalten.

Aus gesundheitlichen- und Altersgründen musste sich Hermann Rudolf aus unserer Wanderrunde verabschieden.

Alle Aktivitäten der Wandergruppen ließen sich nur durchführen, weil engagierte Mitglieder der Abteilung sich eingesetzt und so die große Vielfalt an Veranstaltungen möglich gemacht haben.

Zu Schluss möchte ich in besonderem Maße Dank sagen

den Leitern der Seniorenwandergruppe, Peter Holl und Hajo Gerdes,

den Leitern der Sonntagswandergruppe, Ulrike und Holger von der Heide

dem Vortreter des Weitgehclubs, Berndt Wozniak

Durch Eure selbständige Arbeit in Euren Gruppen habt Ihr meine Arbeit als Abteilungsleiter sehr leicht gemacht. Dafür ein herzliches „Dankeschön“!

Zugleich möchte ich es aber nicht versäumen, auch den Wanderführerinnen und Wanderführern sowie allen, die sich in der Wanderabteilung aktiv durch Übernahme von Sonderaufgaben betätigt haben, sei es durch das Schreiben von Protokollen, Beiträgen und Berichten, das Fortführen der Chronik des WGC, das Pflegen des Internetauftrittes und unseres Archivs, das Absprechen der Mittagsmahlzeiten mit den Lokalbetreibern, das Vortragen von Geschichten und Gedichten, beim Singen im Winterhalbjahr sowie den Besuch bei erkrankten oder zu ehrenden Wanderinnen und Wanderern unserer Abteilung ganz besonders zu danken.

All diesen fleißigen Helfern ist bewusst, dass unser OTB kein Dienstleistungsbetrieb ist, sondern ein Sportverein, in dem ein kameradschaftliches und helfendes Miteinander zum Gelingen einer jeden Wanderung oder anderer Veranstaltungen selbstverständlich ist.

Berndt Wozniak

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

23.11.2020

45. Wanderreise der Sonntagswanderer führte nach Damme

30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erleben aktive Wanderreise - warum in die Ferne schweifen?

Sonntagswanderer mit Mundschutz auf Wanderfahrt-vorbildlicher Schutz in Pandemie-Zeiten

Das Ziel der fünftägigen Wanderreise war Damme mit seiner Umgebung. An Damme rauschen wir auf der A 1 gewöhnlich vorbei und nehmen meist nur das Restaurant zur Kenntnis, das sich über beide Spuren dieser Autobahn erstreckt. Nun erlebten wir diese kleine gepflegte Stadt und durchwanderten deren Umgebung, teils mit örtlicher Führung, teils führten uns Mitglieder unseres Leitungsteams. Sowohl gemeinsame als auch unterschiedliche Ziele waren für die drei Wandergruppen vorgesehen. Hinzu wurde uns Wissens-wertes über die Stadt und seine Geschichte auf vielfältige Weise nahegebracht.

Bedingt durch die kurze Anfahrt konnten wir gleich am ersten Vormittag zu einer Wanderung im Bexaddetal aufbrechen zusammen mit einem örtlichen Führer aus Damme, dessen Themen schwerpunktmäßig biologische Aspekte waren. Der Weg verlief durch die nach der Saaleeiszeit gebildete Endmoränenlandschaft der Dammer Berge, deren höchste Erhebung 146 m beträgt. Große Aufmerksamkeit erregten auf einer Weide kräftige Rinder mit einem sehr mächtigen Gehörn, die Rückzüchtungen zu den Auerochsen waren. Wir konnten uns auf der Wanderung von zahlreichen Renaturierungsbemühungen überzeugen, die seit einigen Jahren durchgeführt werden: u. a. picknickten wir am Rand einer sehr schönen neu angelegten Streuobstwiese; wir wissen jetzt Bescheid über den Entwicklungs-lauf der Hirschkäfer; wir durchquerten ein ehemaliges großes Bundeswehrgelände, das bis ca. 1980 als Depot diente und nun ein eingezäuntes Naturschutzgebiet ist, auf dem verschiedene Projekte versucht werden wie Wildblumenareale, Heideansiedlung u.a.

Der Vortrag am Abend von Eckhard Grotelüschen über den ehemaligen Erzbergbau in Damme bereitete uns auf die Wanderung des folgenden Tages vor, die vorbeiführte an dem stillgelegten Erzbergwerk, das nun von der Firma Paul Schockemöhle als Logistikzentrum benutzt wird. Bereits seit 1909 hatte man Probebohrungen vorgenommen, aber erst 1939 wurde das Bergwerk errichtet und 1942 mit dem Abbau begonnen, weil das gewonnene Eisen kriegswichtig war. Der Höhepunkt des Abbaus war 1960, aber 1967 musste er eingestellt werden, weil das Erz aus dem Ausland besser und billiger zu beziehen war.

Der heutige Wanderführer erklärte uns die Funktion der ehemaligen Gebäude und Schächte, soweit sie noch vorhanden waren, und zeigte uns Relikte am Wege, wie eine Abraumhalde, alte Röhren und Gleise, einen fast zugewachsenen alten Klärteich usw.

Weiter wanderten wir zum Mordkuhlenberg, der eine Höhe von 141 m aufweist und mit einem 20 m hölzernen Turm auf dem Gipfel eine gute Aussicht bietet, die leider durch den Regen etwas eingeschränkt war. Eine schaurige Sage zu diesem Berg, die uns Heiko Dinklage vortrug, ist zu einem Theaterstück verarbeitet worden, deren handelnde Personen als mannshohe Eisenskulpturen beim letzten Anstieg am Wegesrand zu sehen waren.

Am Nachmittag besichtigten wir im Rahmen einer Führung die große Pfarrkirche St. Viktor, die wegen ihrer Größe auch Dammer Dom genannt wird. Diese Anfang des 20. Jahrhunderts erbaute neugotische Hallenkirche hat diverse Vorgängerbauten.

Am 3. Tag war der Dümmer das Ziel. Ein Bus brachte uns zum Ostufer des Sees und setzte unsere drei Gruppen an verschiedenen Stellen ab, von denen wir alle – mit unter-schiedlichen Etappenlängen - zum selben Ziel wanderten, einem bezaubernden Gartencafé am süd-östlichen Rand des Dümmer Sees, wo wir mit ausreichend Kaffee und selbst-gebackenem leckeren Kuchen bewirtet wurden. Beim Wandern machten wir ab und zu kurzen Halt und genossen den Blick auf das Wasser. Da es am Vortag und in der Nacht geregnet hatte, war die Luft heute besonders klar und die Sicht über das Wasser sehr gut. Für diese Wanderung gab es am Vorabend vorbereitende Erläuterungen von Hans-Martin Schutte: Der Dümmer ist ca. 2 ½ mal so groß wie das Zwischenahner Meer mit einer durch-schnittlichen Tiefe von 1,00 m (maximal 1,40 m). Die ab 1939 vorgenommene Eindeichung zur Vermeidung von Überschwemmungen und zur Gewinnung von landwirtschaftlichen Flächen hatte zur Verschlammung des Sees geführt. Dazu kamen die Überdüngung der Randzonen sowie die Massentierhaltung und der Torfabbau. Daher wurde er in den letzten Jahren nicht nur mehr und mehr unter Naturschutz gestellt, sondern sogar als FFH-Gebiet ausgewiesen. Dadurch wurde - vorwiegend am Westufer - das Gelände der Vogelwelt als Brut- und Rastplatz und zur Überwinterung zurückgegeben. Besiedlung und Tourismus in unmittelbarer Seenähe gibt es nur noch am Ostufer.

Am 4. Tag konnten die Langlöper und Kurzpedder wiederum in den Dammer Bergen unterschiedliche Ziele und Strecken erlaufen, während die 3. Gruppe mit einem Kleinbus zur Mühle Höltermann gefahren wurde, wo sie im Zuge einer Führung den Betrieb dieser Wassermühle erleben konnten.

Am letzten Abend referierte Hans-Martin Schutte über die wechselvolle Geschichte des Münsterlandes und dessen Zugehörigkeit erst zum Fürstbistum Münster und später zum Großherzogtum Oldenburg. Nach der Auflösung der Fürstbistümer wurden 1803 zunächst Cloppenburg und Vechta dem Großherzogtum Oldenburg zugeschlagen, Damme erst 1870. Dieses neue Gebiet wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor des Großherzogtums Oldenburg. Durch die einstige Zugehörigkeit zum Fürstbistum Münster erklärt sich der Katholizismus der Bewohner dieses Gebietes, dessen Grenze kurz vor dem Westufer des Dümmer verläuft. Auch die Geschichte des Oldenburger Landes ab 1918 wurde kurz gestreift.

Nachdem am letzten Tag die gepackten Koffer im Hotel deponiert worden waren, war heute erneut das Bexaddetal unser Wandergebiet, das wir dieses Mal auf anderen Wegen durch-wanderten und bei schönem Wetter genossen bis zum gemeinsamen Treffpunkt am Mittag im Klosterhotel Damme, wo uns ein Imbiss erwartete.

Das bisher übliche Singen von Wanderliedern an einem der Abende musste in diesem Jahr coroanabedingt leider ausfallen, lediglich ein Geburtstagsständchen haben wir - sehr gern -der Hauptorganisatorin dieser Reise Bettina von Alten dargebracht.

Wir erlebten erneut eine sehr schöne Wanderreise, den Organisatoren Bettina von Alten, Hille und Hans-Martin Schutte, Klas Krüger und Anne Dobrat sei an dieser Stelle nochmals sehr herzlich gedankt für die aufwendige Vorbereitung, Durchführung und Betreuung der Gruppen!

(Eva-Maria Fischer)

05.05.2020

Wanderstrecken in und um Oldenburg

23.01.2020

Wanderer im OTB blicken auf Aktivitäten des vergangenen Wanderjahres 2019 zurück

Abteilungsleiter Berndt Wozniak legt Bericht über das Wanderjahr vor

 

 

Breitbandtherapeutikum Wandern

 

Erst seit sich in Langzeitstudien die Indizien für krankheitspräventive Effekte des Ausdauergehens häufen, nimmt sich die Medizin mehr und mehr des Themas an. Dabei erweist sich Wandern als geradezu ideales Breitbandtherapeutikum für die Vorbeugung und Therapie fast aller Zivilisationskrankheiten. Der "Erste Gesundheitskongress Wandern" versuchte, das Wissen darüber zu bündeln. Konzipiert unter der wissenschaftlichen Leitung des Deutschen Wanderinstituts, entstand eine konzeptionelle Vorausstudie:

Danach trägt Wandern auf vielfältige Weise zu unserem Wohlbefinden bei: •Immunsystem: Mobilisierung natürlicher Killerzellen •Krebs: Verminderung des Risikos für Brust- und Dickdarmkrebs sowie teilweise auch für andere Krebsarten •Stoffwechsel: Zunahme des gesundheitsfördernden HDL-Cholesterins, Senkung des gesundheitsgefährdenden LDL-Cholesterins, Senkung des Laktatspiegels bei Anstrengungen •Übergewicht: Wirksamer Beitrag zum Abnehmen ohne Jojo - Effekt

Wandern ist also Gesundheitssport.

Die Wanderabteilung hat zum Stichtag 31.12.2019 120 Mitglieder, davon 99 aktiv, 19 inaktiv. 50 Mitglieder wandern beim WGC, 46 bei den Sonntagswanderern und 11 bei den Seniorenwanderern.

Schauen wir uns das Wanderjahr 2019 an, blicken wir auf 51 Wanderungen (ohne Seniorenwandergruppe) bei fast ausschließlich idealem Wanderwetter zurück.

Sonntagswanderer

Wie in den vergangenen Jahren auch, trafen sich die Sonntagswanderer auf dem OTB Parkplatz am Haarenufer zu ihren Wanderungen in die Umgebung. Regelmäßig nahmen  25 bis 35  Wanderer an den Wanderungen teil. Im Wanderjahr 2019 wurden insgesamt 25 Wanderungen durchgeführt, dazu kamen die kleine Kulturwanderung und die Wanderreise.

Gut war in diesem Jahr  das Interesse an der Wanderreise  der Wanderabteilung im August, die traditionell von der Sonntagswandergruppe organisiert wurde und zum 44. Mal stattfand. Dreißig WanderfreundInnen nahmen teil. Ein herzlicher Dank für die Vorbereitung und Organisation dieser Fahrt geht an Bettina von Alten, Anne Dobrat, Klas Krüger und Hans-Martin Schutte. Die Reise führte diesmal vom 24. – 29.08. nach Hannoversch-Münden. Täglich wurde gewandert – zumeist in 2 Gruppen  (Langlöper und Kurztreter) – bei hohen sommerlichen Temperaturen in den die Weser und die Werra umgebenden Wandergebieten des Bramwaldes, des Kaufunger Waldes und des Reinhards Waldes. Die abwechslungsreiche Umgebung nördlich, östlich und südlich von Hann. Münden wurde intensiv kennengelernt,  in Niedersachsen, in Hessen, oder auch mit einigen Schritten in Thüringen.  Eine dieser Wanderungen führte zur sagenumwobenen 450 m hohen Teufelskanzel, mit einem herrlichen Blick auf eine hufeisenförmige Schleife der Werra.

Eine andere ging zum ca. 640 m hochgelegenen Naturdenkmal Bilstein im Kaufunger Wald - geologisch eine Basaltkuppe. Das dortige Bergrestaurant wurde bereits zu Kaisers Zeiten ca. 1890 gegründet und wird noch heute ohne Elektrizität und fließendes Wasser bewirtschaftet.

Die nicht mehr so fußläufigen Reiseteilnehmer wurden bei ihren Spaziergängen begleitet und betreut von Hille Schutte. Auch wurden Besichtigungen vorgenommen, z. B. die Burg Ludwigstein mit dem Archiv der Wandervogelbewegung.

Kulturbesichtigungen kamen ebenfalls nicht zu kurz: Die Innenstadt von Hann. Münden wurde besichtigt, die nie durch einen Stadtbrand zerstört wurde, so dass noch heute von ca. 700 vorhandenen Fachwerkhäusern etwa 450 bewohnt sind. Die Stadt war im Mittelalter durch Handel reich geworden; daher ließen die Stadtväter das einst gotische Rathaus im 17. Jahrhundert sehr reich im Stil der Weserrenaissance umbauen. Die Stadt konnte es sich sogar leisten, Butzenscheiben aus Muranoglas einsetzen zu lassen. Jahrhundertelang hatte die Stadt immer mal wieder mit Hochwasser zu kämpfen, verursacht durch Eisgang auf Werra und Fulda mit gleichzeitiger Schneeschmelze und Regen, was entsprechende Hochwassermarken bezeugen. Durch den Bau der Edertalsperre, die das Wasser der Fulda reguliert, besteht diese Gefahr nun seltener.

Nach dem Abendessen fanden mehrmals - wie es bei diesen Wanderfahrten die Tradition gebietet – gesellige Zusammenkünfte statt. U.a. Hans-Martin Schutte berichtete in einem Vortrag mit Thema „Vom Nutzen der Toleranz“ über die Geschichte der Gründung der Stadt Bad Karlshafen zur Ansiedlung der Hugenotten Ende des 17. Jahrhunderts. Die damaligen Pläne zum Bau der Stadt wurden zu einem großen Teil verwirklicht.

Auf der Heimfahrt wurde in Minden noch eine kleine Schiffsrundfahrt unternommen, ehe alle Teilnehmer sehr zufrieden in Oldenburg wieder aus dem Bus stiegen. Ein Bericht von Eva-Maria Fischer ist in OTB-Mitteilungen Nr.4/2019 erschienen.

Die Kulturwanderung am 26. Mai führte die Sonntagswanderer nach Verden/Aller.

Nach Erläuterungen von Hans-Martin Schutte wurde
das Schloß und der Park in Etelsen, am hohen Ufer der Weser gelegen, besichtigt.
Dann ging es zu einer einstündigen Wanderung über die Binnendüne am Stadtrand von Verden.  Der Verdener Dom, ein imposantes hochgotisches Bauwerk, war am Mittag das Ziel. Mit einem Besuch im Restaurant Weserterrassen in Achim mit Blick auf das weite Weserurstromtal wurde die Kulturwanderung beendet. Ein Bericht über diese Wanderung von Helga Meyer Ist in den OTB-Mitteilungen 2/2019 abgedruckt.

Der neue Wanderplan für  2020 ist inzwischen von den Wanderfreunden Anne Dobrat und Dieter Mielenz zusammengestellt worden.  Für das traditionelle mittägliche Eintopfessen in den Zielgasthöfen sorgt wieder Gerda Salomon, der an dieser Stelle besonders gedankt wird.

Im Winterhalbjahr (von Oktober bis April) fand – wie in den Vorjahren auch –  das beliebte Wanderliedersingen statt. Helga Dalenbrok sagen wir dafür besonderer Dank.

Seniorenwandergruppe

Die Organisation der Seniorengruppe erfolgte – wie in den Vorjahren -  durch Peter Holl und Hajo Gerdes. Die noch Aktiven der Seniorengruppe wurden durch einige WGC – Wanderer ergänzt. Die Gruppe – regelmäßig zwischen 5 bis 9 Teilnehmer stark - trifft sich weiterhin jeden Dienstag um 14 Uhr, um einen gemeinsamen Kaffee - Spaziergang im Eversten Holz zu unternehmen. Mit einem gemeinsamen Kaffee-Trinken im Cafe Cantuccini in der Meinardusstr. endet der Spaziernachmittag.

Weitgehclub (WGC)

Der nunmehr seit 71 Jahren bestehende Weitgehclub (WGC) führte im Jahr 25 Wanderungen durch. Der Chronik nach waren es die Wanderungen 1.775 bis 1.799. Jeden zweiten Dienstag wurde im Umkreis von Oldenburg gewandert –  die Langlöper um 8.00 Uhr, die Mittelpetter um 9.00 Uhr und die Kurztreter um 9.30 Uhr. Treffpunkt war immer eine Gaststätte/ein Restaurant. Von dort ging es dann unter der Leitung der jeweiligen Wanderführer  auf einen Rundwanderkurs von 20 km/15 km/10 bzw. 5 km. Um 12.30 Uhr trafen sich die Gruppen wieder zum gemeinsamen Mittagessen.

Wie gewohnt sorgte Heiko Dinklage dafür, dass wir unseren erwanderten Appetit mit leckeren Gerichten und fantasievollen Desserts decken konnten. Nachmittags ließen einige Unentwegte den Wandertag mit einer kurzen Wanderung von 5 bis 6 km ausklingen.

Die „Kleine Kulturwanderung“, die wieder von Folker von Hagen glänzend organisiert und vorbereitet wurde, führte 26 Wanderer am 14. Mai in die Großleitstelle Oldenburger Land und in das EDEKA-Zentrallager in Neuenkruge. Es handelte sich in gewisser Weise um eine Premiere, insofern, als dass diverse Wanderfreunde mit dem Fahrrad zum Treffpunkt Ziegelhof in Oldenburg anreisten. Das fiel nicht nur wegen des schönen Wetters recht leicht, sondern auch, weil es erst ganz gemächlich um 9.45 Uhr los ging.

Der erste Weg führte über die Straße zur Großleitstelle Oldenburger Land. Hier laufen in 2 großen, mit zahlreichen Monitoren ausgestatteten Räumen sämtliche Notrufe der Region ein. Schwerpunkt des Besuches war die Leitstelle für Feuerwehr, Rettungsdienst und Krankentransport, die man im Notfall über die 112 erreicht. Der Einzugsbereich umfasst die beiden Städte OL und DEL, dazu die Landkreise Wesermarsch, Oldenburg, Ammerland und Cloppenburg, insgesamt einen Bereich mit 736.000 Einwohnern. Bis zu 700 Anrufe gehen hier täglich ein.

Nachdem wir noch einen abschließenden Blick in die gleich nebenan liegende Großleitstelle der Polizei werfen konnten (Notruf 110, mit einem noch weit größeren, über die Weser reichenden Zuständigkeitsgebiet), verabschiedeten wir uns mit Dank und mit dem beruhigenden Gefühl, dass wir, die wir ja in einem durchaus notfallträchtigen Alter sind, in einem solchen Fall der Fälle auf rasche und kompetente Hilfe rechnen können! Gegenüber im Restaurant Zeus gab es ein üppiges griechisches Mittagessen, bevor es weiter ging zur nächsten Station: nach Neuenkruge, zum großen Edeka-Zentrallager !

In Neuenkruge empfing uns ein kompetenter Edeka-Veteran. Er führte die Gruppe durch diese riesige Anlage – 28 Hektar Grundstücks-, 12 Hektar Lagerfläche. Seinen lockeren Vortrag garnierte er mit vielen launigen Bemerkungen, Seitenhieben gegen manche (besonders stadtoldenburger)  Behörden und zahlreichen Insider-Infos zum Stand des Lebensmittelhandels regional und in Deutschland – wo es nur noch 4 große Handelsgruppen -  Edeka, Rewe, Aldi und Lidl - gibt !   

Bei 25 Grad minus spazierte die Gruppe durch die große Tiefkühlhalle! Bei eher sommerlicher Kleidung war das nicht ohne besonderen Reiz, aber ehe die Eiszapfen aus der Nase sprossen, war die Gruppe schon wieder in der Frühlingsluft !

Fazit: eine weitere Erkenntnis darüber, welch Ausmaß an Organisation und welcher Aufwand hinter Dingen stecken, die für uns alltäglich und selbstverständlich sind !

Erst am späten Nachmittag kamen die Teilnehmer von diesem ereignisreichen Tag nach Hause !

Ein ganz großer Dank gilt auch diesmal wieder unserem Folker von Hagen, der uns erneut, wie schon in den vergangenen Jahren, einen hervorragenden Einblick in bisher fremde Welten gegeben hat.

Die Generalversammlung – gehalten von unserem Vortreter Dieter Finck – mit dem anschließenden gemeinsamen Grünkohlessen war wieder ein Höhepunkt des Wanderjahres. Unser Vortreter Dieter Finck würdigte wieder die Jahreswanderleistungen in seinem detaillierten Statistikbericht. Dann legte er nach elf ehrenamtlichen Jahren als Vortreter sein Amt nieder. Darüber wurde auch in den OTB-Mitteilung Nr.1/2019 berichtet.

Anschließend wurde Berndt Wozniak als neuer Vortreter gewählt. Der amtierende Kohlkönig Dieter der V. (Finck) überreichte dann die Würde an Hans-Jürgen I (Eßer). Für die musikalische Unterhaltung sorgten wieder die drei „Rudijos“ mit Gesang und Gitarrenklängen. Dahinter  verbergen sich unsere Wanderbrüder Rudi Falk, Dieter Hundt und Jochen Schuler. Dieter Finck wurde nach 11 Jahren als Vortreter des WGC zum Ehrenvortreter ernannt.

Sonstiges

Besuch beim Imker Götz Neuber

Achtzehn Wanderer besuchten den Klattenhof von Imker Götz Neuber. Am Klattenhofer Esch betreibt er seit vielen Jahren seine Imkerei. Die Teilnehmer erfuhren, dass die Biene seit ca. 120 Mio. Jahren  bestandskräftig ihr Überleben gesichert hat. Bienen haben seit dieser Zeit das Prinzip entwickelt, ihre Nahrungspflanzen nicht einfach aufzufressen, sondern deren Bestäubung und Erhalt zu kultivieren. Es gibt aktuell aber viele Ursachen für das Bienensterben, auch durch den Menschen mit verantwortet. Biozide, Schadorganismen, Nahrungsmangel und Habitatmangel sind wesentliche Ursachen. Engagiert erläuterte uns der Imker, was der Mensch für den Erhalt beitragen kann. Jochen Schuler und Folker von Hagen sei an dieser Stelle gedankt für die Vorbereitung und Durchführung des informativen Besuches.

Traditionskohlfahrt

An der Traditionskohlfahrt des OTB, die am 27.01. zum 149. Mal stattfand, nahmen einige Wanderfreunde teil. Die Wanderung führte diesmal zum Gasthof Witte in Jeddeloh. Unser Wanderbruder Michael Huppke übergab die Kohlkönigswürde stilvoll an den neuen Kohlkönig Jochen Steffen.

Am 02.02.2020 findet die 150. Kohlfahrt statt. Es wäre schön, wenn viele Wanderer diese zünftige Kohlfahrt bereichern würden.

Ehrungen

Auch in diesem Jahr fanden die Ehrungen für verdiente Mitglieder durch den Vorstand im Rahmen einer besonderen Feierstunde bzw. im Rahmen der Delegiertenversammlung statt.  Aus der Wanderabteilung war in diesem Jahr niemand dabei.

Innerhalb der Wanderabteilung wurden besonders geehrt:

Dieter Mielenz und Klas Krüger für erwanderte 10.000 km. Hier noch einmal ein herzlicher Glückwunsch für diese tolle Wanderleistung.

Erwähnenswert sind folgende runde Geburtstage, die Mitglieder unserer Wanderabteilung im vergangenen Wanderjahr vollendet haben:

70 Jahre:      Wozniak, Berndt

80 Jahre:      Bojack, Christian, Finck, Dieter, Mohrmann, Irmgard, Müller, Bärbel, Müller, Hans            

90 Jahre:      Harders, Edzard

Besonders hervorheben möchte ich auch in diesem Jahr alle WanderInnen, die in vergangenen Jahr älter als 90 Jahre wurden:

Gisela Ahlring (96), Rudolf Dohrmann (95), Edith Hedden (91),  Hans Hemmen (96), Paul Hey (99), Otto Keune (97), Ilse Kristin (97), Annemarie Krull (94), Hermann Rudolph (94),  Marga Süykers (94)

Unsere herzlichen Glückwünsche zur Vollendung dieser hohen Geburtstage.

Zu unserem Leben - auch zu einem Wanderleben - gehören Abschiede!

Wir Wanderer haben auch im vergangenen Jahr langjährige Wanderfreunde verloren!

Zusammen mit den Angehörigen betrauern wir den Tod von:

Anna Bach , verstorben am 15. Februar im Alter von 107 Jahren

Volker Rowold, verstorben am 22. Mai im Alter von 75 Jahren

Matthias Schachtschneider, verstorben am 02. September im Alter von 85 Jahren

Werner Doerfel, verstorben am 12. September im Alter von 86 Jahren

Dietrich Hundt, verstorben am 04. Dezember im Alter von 83 Jahren.

Viele aus unserem Kreis erinnern sich an die gemeinsamen Wanderungen mit den Verstorbenen und werden sie in guter Erinnerung behalten.

Aus gesundheitlichen Gründen musste sich Dieter Vogt aus unserer Wanderrunde verabschieden.

 

Alle Aktivitäten der Wandergruppen ließen sich nur durchführen, weil engagierte Mitglieder der Abteilung sich eingesetzt haben und nur so die große Vielfalt an Veranstaltungen möglich war.

 

Zu Schluss möchte ich in besonderem Maße Dank sagen:

den Leitern der Seniorenwandergruppe, Peter Holl und Hajo Gerdes,

der Leiterin der Sonntagswandergruppe, Anne Dobrat, die nach nunmehr 3 Jahren als „Kümmerin“ der Sonntagswanderer ihre Aufgaben in die Hände von Ulrike und Holger von der Heide legt,

dem Vortreter des Weitgehclubs, Dieter Finck, der nach mehr als 11 Jahren diese Aufgabe nun an Berndt Wozniak abgegeben hat.

 

Durch Eure selbständige Arbeit in Euren Gruppen habt Ihr meine Arbeit als Abteilungsleiter sehr leicht gemacht. Dafür ein herzliches „Dankeschön“!

Zugleich möchte ich es aber nicht versäumen, auch den Wanderführerinnen und Wanderführern sowie allen, die sich in der Wanderabteilung aktiv durch Übernahme von Sonderaufgaben betätigt haben, sei es durch das Schreiben von Protokollen, Beiträgen und Berichten, das Fortführen der Chronik des WGC, das Pflegen des Internetauftrittes und unseres Archivs, das Absprechen der Mittagsmahlzeiten mit den Lokalbetreibern, das Vortragen von Geschichten und Gedichten, beim Singen im Winterhalbjahr sowie den Besuch bei erkrankten oder zu ehrenden Wanderinnen und Wanderern unserer Abteilung ganz besonders zu danken.

All diesen fleißigen Helfern ist bewusst, dass unser OTB kein Dienstleistungsbetrieb ist, sondern ein Sportverein, in dem ein kameradschaftliches und helfendes Miteinander zum Gelingen einer jeden Wanderung oder anderen Veranstaltung selbstverständlich ist.