Der Stadt droht bezüglich der Hallennutzungszeiten weiteres Ungemach: Vorstand und Beirat des Oldenburger Turnerbundes haben beschlossen, kein Geld in die sanierungsbedürftige Sporthalle auf dem Haarenesch zu investieren. „Die Kosten belaufen sich auf 16 Millionen Euro. Das ist für den Verein beziehungsweise seine 4300 Mitglieder nicht leistbar“, so Geschäftsführer Frank Kunert auf Nachfrage unserer Redaktion.
Kosten explodiert
Die Kosten sind im Lauf der Jahre geradezu explodiert, so Kunert weiter. Vor fünf Jahren sei man von 3 Millionen Euro ausgegangen, aus 3 seien dann 8, dann 14 und schließlich 16 Millionen Euro geworden. Grund dafür seien immer wieder neu hinzukommenden Schwachstellen in der Halle und im technischen Bereich sowie die allgemeine Kostensteigerung im Bauwesen.
Die Halle an der Haareneschstraße wurde in der zweiten Hälfte der 70er Jahr gebaut, ist also fast 50 Jahre alt. Wie andere Hallen ähnlicher Baujahre (zum Beispiel in Hude), treten nun erhebliche Mängel auf. In der Haareneschhalle muss das Dach saniert werden. Schäden bzw. Abnutzungserscheinungen gibt es in den Sanitärbereichen, die Heizungsleitungen sind marode und die gasbetriebene Anlage ist energetisch veraltet . Eine umfassende Instandsetzung ist dringend erforderlich, so Kunert.
Keine akute Gefährdung
„Die Halle muss allerdings nicht sofort gesperrt werden und ist nicht einsturzgefährdet“, beruhigt der Geschäftsführer. Allerdings sei perspektivisch eine Sanierung erforderlich, die wie erwähnt nicht vom Verein geleistete werden könne. Das größte Risiko besteht darin, dass Wasser ins Gebäude eindringt oder die Heizung sowie Leitungen undicht werden. Die Stadt nutzt Räume unter der Tribüne als Umkleidekabinen für die angrenzenden Sportplätze, das Wirtschaftsgymnasium bwz. die Berufsbildenden Schulen ÌII an der Ammerländer Heerstraße belegen die Halle täglich von 8 bis 15 Uhr für den Schulsport.
Leimbinder saniert
Die Leimbinder wurden bereits saniert, das Dach muss jedoch komplett erneuert werden. Die letzte Planungsvariante sah einen Ersatzneubau für Sanitäreinrichtungen und Technik vor, auch der Hallenboden muss instandgesetzt werden. Bei einer Sanierung sind zahlreiche Unwägbarkeiten zu erwarten, die weitere Kostensteigerungen nach sich ziehen könnten, erklärt Kunert den Rückzug seines Vereins aus den Sanierungsplänen. Der Vorstand könne das nicht verantworten.
Die Halle ist eine der wenigen Versammlungsstätten in Oldenburg, die nicht in städtischem Besitz ist. Aufgrund behördlicher Auflagen sind hohe Anforderungen an Brandschutz, Lüftung und Beheizung zu erfüllen, über 1.000 Zuschauer finden hier Platz. Die Halle und das direkt an der Haareneschstraße gelegenen OTB-Haus sind Eigentum des Vereins auf einem Erbpachtgrundstück.
„Die Stadtverwaltung und den Oberbürgermeister haben das Schreiben des OTB erreicht“, teilt Stadtsprecherin Kim Vredenberg-Fastje auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Und weiter: „Wir haben den Verein, wie auch andere Oldenburger Sportvereine, in der Vergangenheit stark unterstützt und sind selbstverständlich an einer guten Lösung für den Vereins- und Schulsport interessiert.“
Deshalb werde es Mitte März ein Gespräch zwischen der Stadt, an dem auch Sportdezernent Holger Denckmann teilnehmen werde, und dem OTB geben.
(Quelle NWZ: 27.02.2026)