Aktuelles aus dem OTB
Vereinsleben geht auch in der Krise weiter
Finanzielle Auswirkungen noch verkraftbar - Vereine sind Solidargemeinschaften
Gemeinsam stark: OTB-Vorsitzende Beate Bollmann und Geschäftsführer Frank Kunert - Bild: Thomas Husmann
Von 100 auf Null: Freitag, den 13. März 2020, werden Beate Bollmann und Frank Kunert (beide OTB) sowie Jürgen Carstens und Ronald Fischer (beide BTB) nie vergessen. An diesem Tag wurde von der Landesregierung beschlossen, den Betrieb in den Sportvereinen einzustellen. Hallen, Bewegungsstudios, Bäder und Fitnessräume waren geschlossen – von einem Tag auf den anderen.
Für das Vereinsleben eine Katastrophe, finanziell für den Oldenburger bzw. Bürgerfelder Turnerbund zunächst aber nicht. Da sind sich die Vorsitzenden (Bollmann und Carstens) sowie die Geschäftsführer (Kunert und Fischer) einig. Der OTB hat 4300, der BTB 4200 Mitglieder.
Keine Dienstleister
„Wir sind eine Solidargemeinschaft“, betonen Bollmann (53) und Carstens (68) unisono. Und das bedeutet, dass sich in den Vereinen Menschen zusammengetan haben, die gemeinsam etwas auf die Beine stellen und ihren Beitrag dazu leisten wollen. „Wir sind keine Dienstleister“, betont Carstens. „Das unterscheidet uns grundsätzlich von gewinnorientierten Fitnessstudios, in denen die Kunden für eine Dienstleistung zahlen und einen Anspruch darauf haben.“
Mitglieder zahlen Beitrag
Die Vereine finanzieren sich demgegenüber größtenteils aus ihren Mitgliedsbeiträgen (OTB 22,50 Euro, BTB 19,50 Euro monatlich für ein erwachsenes Einzelmitglied). Der 59 Jahre alte OTB-Geschäftsführer listet das einmal auf: „In 2019 konnten wir 1,657 Millionen Euro Einnahmen zur Deckung unserer laufenden Kosten erzielen. Darin enthalten sind 365 000 Zuschüsse, also 22 Prozent, überwiegend vom Landessportbund und der Stadt Oldenburg, sowie 214 000 Mieteinnahmen (13 Prozent). Auf Vereinsbeiträge entfielen 857 000 Euro, also 52 Prozent.“ Beim Bürgerfelder Turnerbund, der auch ein Schwimmbad betreibt, liegt der Etat knapp unter zwei Millionen Euro.
Für den BTB ist es nach dem Großbrand der Halle und des Vereinszentrums im Jahr 2011 die zweite Katastrophe, die über ihn hereinbricht. „Damals setzten wir uns zusammen und berieten, wie es weitergehen soll. Wiederaufbau, was sonst, die Entscheidung war klar“, sagt der 68 Jahre alte BTB-Vorsitzende. In der Corona-Krise könne nun niemand so genau sagen, wie es weitergeht. Man hofft und entwirft Szenarien, wie in kleinen Gruppen der Betrieb aufgenommen werden kann, wenn es Lockerungen geben sollte.
Internet-Training
Einstweilen übertragen beide Vereine Übungsstunden im Internet und halten in Telefonaten Kontakt zu ihren Mitgliedern, die teils komplett verunsichert zuhause sitzen. „Für viele Menschen sind von jetzt auf gleich die sozialen Kontakte gekappt worden“, wissen Bollmann und Carstens. Aber: „Die Solidargemeinschaft steht“, betonen sie. Auch die Übungsleiterinnen und Übungsleiter halten Kontakt zu ihren Gruppen. Viele Mitglieder verzichten sogar auf die Rückerstattung von Gebühren, die sie für Kurse bezahlt haben, die nicht im Vereinsbeitrag enthalten sind und die nun ausfallen müssen. Der Bürgerfelder TB weitet langsam sein Physiotherapieangebot aus und will ab kommender Woche wieder von montags bis donnerstags ganztägig öffnen, kündigt Fischer (37) an.
In der Krise zeigen sich Abhängigkeiten, ergänzt Kunert. Während die Vereine für eine gewisse Zeit finanziell einigermaßen über die Runden kommen können, steht der größtenteils von Sponsoren und Werbeeinnahmen finanzierte professionelle Spitzensport vor schweren Zeiten. Die EWE Baskets wurden im Jahr 2000 aus den OTB ausgegliedert.
Für beide Vereine richtet sich der Blick in die Zukunft. So schnell wie möglich sollen die Mitarbeiter aus der Kurzarbeit geholt werden, damit der Betrieb von Null wieder hochgefahren werden kann. Wann die 100 Prozent aber wieder erreicht sein werden, steht in den Sternen. (Quelle: NWZ vom 30.04.2020)
OTB dankt Mitgliedern für Verständnis und Verbundenheit zum OTB
Die Corona-Krise beeinträchtigt weiterhin nicht nur unseren persönlichen und beruflichen Alltag, sondern auch der Vereinsbetrieb, der die Mitglieder vor allem verbindet, kann vor dem 7. Mai noch nicht wiederaufgenommen werden.
Zur Sicherung aller Gesundheit und zum Schutz des Gesundheitssystems vor Überlastung ist dieses Vorgehen jedoch notwendig.
Daher hat der OTB da, wo er es konnte, seinen Beitrag geleistet und wird es auch in Zukunft tun. Dabei weiß der Vereinsvorstand auch die von den Mitgliedern geleisteten Beiträge für den OTB und die Allgemeinheit zu schätzen, mussten doch alle völlig unvorbereitet auf vertraute Lebensformen, u.a. den regelmäßigen Besuch von Vereinsangeboten sowie den Kontakt zu anderen OTBerinnen und OTBern, verzichten.
Für das Verständnis und die Verbundenheit der Mitglieder zum OTB bedankt sich der OTB-Vorstand ausdrücklich, und weist darauf hin, dass das Angebot für Unterstützungsbedarf durch den OTB – bei Behördengängen, Einkäufen, Begleitung zum Arzt, Beitragsangelegenheiten o.ä. – weiterhin besteht. Die Vereinsgeschäftsstelle steht hierfür weiterhin gern als Ansprechpartner zur Verfügung.
Den Leerstand der Sportstätten nutzt der OTB zurzeit für vorgezogene Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten. So wurde in der OTB-Sporthalle Haarenesch mit der notwendigen Instandsetzung der Trennvorhänge und in der OTB-Sporthalle Haarenufer I mit der Wandsanierung im Umkleide-/Duschbereich begonnen. Außerdem wurden Sportgeräte instandgesetzt und die Geräteräume gereinigt, aufgeräumt und zum Teil auch gestrichen. Auch die Frühjahrsinstandsetzung der Tennisplätze ist erfolgt, so dass mit der Tennisaußensaison begonnen werden kann, sobald dies wieder erlaubt ist.
Zurzeit weiß niemand, welche finanziellen Auswirkungen die Corona-Krise auf den OTB haben wird. Vorstand und Geschäftsführung erstellen daher im Moment einen auf die Corona-Krise angepassten Wirtschaftsplan. Entscheidend dafür wird jedoch sein, dass der Mitgliederbestand gehalten werden kann, um auch den bestehenden finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können.
Bleiben Sie bitte gesund und dem OTB verbunden!
Mach mit - bleib fit
Angebot des DTB für Menschen nicht nur ab 60
Die GYMWELT des Deutschen Turner-Bundes (DTB) hat ein neues Programm zusammengestellt, welches sich speziell an Frauen und Männer ab 60 Jahren richtet und eine Vielzahl von Übungen umfasst, die sowohl in den eignen vier Wänden als auch draußen im Garten durchgeführt werden können.
Jeden Montag wird auf der GYMWELT-Seite der DTB-Webseite eine neue Bewegungseinheit als pdf-Dokument eingestellt.