Aktuelles von den Wanderern

22.02.2017

Kulturwanderung der Sonntagswanderer führt am 14. Mai 2017 nach Bremerhaven

Anmeldungen beim Organisationsteam ab sofort möglich

Lieber Sonntagswanderinnen, liebe Sonntagswanderer,

wir laden euch herzlich ein zur

Kulturwanderung nach Bremerhaven

am Sonntag, 14. Mai 2017.

 

Folgendes Programm ist vorgesehen:

08.30 Uhr       Abfahrt des Busses P & R Bernhardstraße/Ecke Wienstraße
                              Kostenlose  Parkplätze sind in ausreichender Zahl vorhanden.

                              Auf der Fahrt durch die Wesermarsch wird auf
                              einige Sehenswürdigkeiten hingewiesen

10.00 Uhr       Ankunft in Bremerhaven
                             Beginn der Wanderung unter der sachkundigen Führung von  Hans-Jürgen Hinrichs
                             Bürgerpark mit altem Baumbestand, Geestewanderweg, Tidesperrwerk,
                             Kapitänsviertel, Marineschule und das Tor der Rickmerswerft

12.30 Uhr       Mittagessen in der Villa Seebeck, Deichstraße 15

14.00 Uhr       Spaziergang zum neuen Hafen mit herrlichem Blick auf die Stadt 
                              Bremerhaven, die Wesermündung und Blexen in Butjadingen

15.30 Uhr       Gelegenheit zum Kaffeetrinken, Kuchen- und Eisessen

16.30 Uhr      Rückfahrt

18.00 Uhr      Ankunft in Oldenburg

 

Die Fahrtkosten betragen 21 Euro pro Person. Darin sind die anteiligen Kosten für den Bus und das Mittagessen enthalten  Wir bitten um Überweisung des Betrages bis zum 30. April 2017 auf das Konto“Heiko Dinklage“  IBAN DE67 3002 0900 2304 4026 49 bei der Targobank. Anmeldungen werden erbeten während der Sonntagswanderungen oder unter Tel. 73374 oder unter E-Mail: Dinklage-Oldenburg@t-online.de

Auf eure Teilnahme freut sich das „Team“

Heiko Dinklage          Antje Grotelüschen                Eckhard Grotelüschen                                  

 

10.02.2017

Staffelübergabe bei den Sonntagswanderern

Hans-Martin Schutte übergibt an Anne Dobrat - viel Beifall für den langjährigen Leiter der Wandergruppe

Bei der Staffelholzübergabe: Anne Dobrat und Hans-Martin Schutte

Viel Beifall erhielt Hans-Martin Schutte, der nach mehr als sechs Jahren aktiver Arbeit für die Sonntagswanderer die Leitung dieser Wandergruppe in die Hände von Anne Dobrat legte. 49 der 54 Mitglieder der Sonntagswanderer waren dabei, als die Staffelübergabe im Rahmen der Jahreskohlfahrt auf Anne Dobrat erfolgte. Sie ist nach Dieter Voß, Irmelin Schachtschneider und Hans-Martin Schutte die vierte Leiterin dieser Wandergruppe, die bereits seit 1976 alle 14 Tage die "Oldenburger Region" erwandert. Langanhaltender Applaus für Hans-Martin Schutte von den Wanderfreundinnen und Wanderfreunden. Der Applaus war Dank und Anerkennung für seinen unermüdlichen Einsatz und die souveräne Führung der Gruppe.

26.01.2017

Wandern - Jahresbericht 2016

Wanderabteilung des Oldenburger Turnerbundes (OTB)

 

im Januar 2017

 

 


Bericht des Abteilungsleiters über das Wanderjahr 2016

 

Der Mensch ist ein auf Bewegung ausgelegtes Wesen. Schon der römische Schriftsteller Seneca wusste, dass es „schädlich für den Menschen ist, sich mit der Sänfte tragen zu lassen statt selbst zu gehen“. Nun, die Sänfte hat hierzulande ausgedient, aber die moderne Sänfte scheint heute das Automobil zu sein. Wandern ist also Gesundheitssport: Wandern darf ruhig anstrengen, aber nicht überanstrengen. Um das richtige Tempo zu finden, gilt bei uns Wanderern folgende Faustregel: Der Wanderer darf ruhig etwas ins Schwitzen kommen, aber nicht ins Schnaufen oder aus der Puste sein! Mit dem Nachbarn sollte man sich noch bequem „gesellig“ unterhalten können.

Deshalb sind Wandern und Geselligkeit auch für die Wanderabteilung des OTB wesentliche Merkmale.

Der Mitgliederstand der Wanderabteilung bewegt sich – wie in den Jahren zuvor – um 120; am Stichtag 31.12.2016 belief sich die Gesamtzahl der aktiven und inaktiven Mitglieder der Wanderabteilung in Abstimmung mit der Geschäftsstelle auf 126 (2015: 122), davon waren 106 aktiv (2015: 98) und 20 inaktiv (2015: 24). 50 Mitglieder wanderten beim WGC, 53 bei den Sonntagswanderern und 15 bei den Seniorenwanderern.

Nach wie vor starteten die Sonntagswanderer einer alten Tradition folgend unter der Führung wechselnder Wanderführer alle vierzehn Tage an der historischen OTB – Halle am Haarenufer pünktlich um 8:29 Uhr (!) zu ihren sonntäglichen Wanderungen im Oldenburger Land. Und stets nahmen  25 bis 35 meist gut gelaunte Wanderer an den Wanderungen teil. Seit Matthias Schachtschneider regelmäßig mit einem Artikel in der NWZ auf  die Sonntagswanderungen hinweist, ist die Zahl der Wanderfreunde und -freundinnen gewachsen.

Das machte sich auch beim Interesse an der Wanderfahrt  der Wanderabteilung im September bemerkbar, die traditionell wieder von der Sonntagswandergruppe organisiert wurde. Einundvierzig WanderfreundInnen nahmen teil. Über die interessante, sehr gut organisierte Fahrt wurde schon im letzten OTB-Mitteilungsblatt berichtet.

Vorher, nämlich am 29. Mai, fand die zur Tradition gehörende Kulturfahrt statt, die wieder von Hans -Martin Schutte organisiert und geleitet wurde. Es ging wieder nach Bremen, dieses Mal in den wunderschönen Rhododendron-Park und die Botanika.

Einen Wechsel in der Führung der Sonntagswandergruppe  gab es zum  Jahresende 2016:  Hans-Martin Schutte gab die Stafette des Koordinators und Organisators der Sonntagswandergruppe an Anne Dobrat  weiter. Hans-Martin wurde im August 80 Jahre alt, und da ist es ihm wirklich zu gönnen, dass er künftig  „nur“  noch als Mitwanderer  dabei ist und uns somit als Wanderfreund erhalten bleibt! An dieser Stelle einen  großen Dank für seinen langjährigen unermüdlichen Einsatz. Sicher wird er der neuen Leitung auch weiterhin mit Rat und Tat  zur Verfügung stehen und auch seine Frau Hille bei ihren Bemühungen, für die nicht mehr so fitten älteren WanderfreundInnen  einen angemessenen, kürzeren Wanderweg zu erkunden.

Um auch im nächsten  Jahr wieder eine Wanderfahrt zu ermöglichen, hat sich Bettina von Alten angeboten, die  Vorbereitung und Organisation dafür zu übernehmen. Es soll eine Fahrt  an den Niederrhein nach Rheine werden.

Der neue Wanderplan für  2017 ist inzwischen von den Wanderfreunden Dieter Mielenz, Clemens und Helga Meyer  unter Mitwirkung von Wolfhard Schmidt-Bäumler  zusammengestellt worden.  Für das traditionelle mittägliche Eintopfessen in den Zielgasthöfen fühlte sich – wie in den vergangenen Jahren - Helga Meyer zuständig. Sie wird auch im kommenden Jahr dafür sorgen, dass nach den Wanderungen die Suppe stets pünktlich auf dem Tisch steht.

 

Die Organisation der Seniorengruppe erfolgte – wie in den Vorjahren - wieder durch Peter Holl und Hajo Gerdes. Zur Zeit kann in der Seniorenwandergruppe leider nicht mehr von längeren Wanderungen die Rede sein. Die Gruppe trifft sich weiterhin dienstags um 14 Uhr an vorher festgelegten Orten, um einen gemeinsamen Spaziergang von rund 3 km zu unternehmen. Oft sind nur eine Hand voll Seniorenwanderer aktiv dabei. Gerne angenommen wird aber von den Mitgliedern der Gruppe, denen selbst diese kurzen Spaziergänge zu weit sind, die gemeinsame Kaffeetafel, die in unterschiedlichen Cafés oder bei Ise Becker im OTB-Heim stattfindet. Hier treffen sich 10 - 14 Mitglieder in geselliger Runde zu anregenden Gesprächen und ab und zu werden Lichtbilder präsentiert. Ein besonderer Tag war das Weihnachtsessen im Landgasthaus Friedrichsfehn Anfang Dezember.

Auch die altbewährte "Tagesfahrt der Seniorenwandergruppe mit Damen" musste im abgelaufenen Wanderjahr wieder ausfallen, was ich sehr bedaure.

Der bereits seit 1948 bestehende Weitgehclub (WGC) mit derzeit 46 aktiven Wanderern traf sich auch im vergangenen Jahr jeden zweiten Dienstag im Umkreis von Oldenburg – insgesamt 26 mal - bei einer Gaststätte, die Langlöper um 8.00 Uhr, die Mittelpetter um 9.00 Uhr und die Kurztreter um 9.30 Uhr. Von dort ging es dann unter der Leitung der jeweiligen Wanderführer  auf einen Rundwanderkurs von 20 km/15 km/bzw. 10 km. Um 12.30 Uhr trafen sich die Gruppen wieder zum gemeinsamen Mittagessen.

Heiko Dinklage sorgte – wie gewohnt - für eine abwechslungsreiche und ausgewogene Speisenfolge; keiner ging - auch dank der leckeren Desserts - hungrig vom Tisch. Nachmittags ließen einige Unentwegte den Wandertag mit einer kurzen Wanderung von 5 bis 6 km ausklingen.

Eine dieser Dienstagswanderungen war allerdings eine sogenannte „Sitzwanderung“, auch „Kleine Kulturwanderung“ genannt, die 30 Wanderer unter Führung von Folker von Hagen am 14. Juli mit dem Bus nach Ostfriesland führte. „Auf den Spuren der Steine“ war das Thema. Wir erfuhren ausführlich die Geschichte des Klinkerbrandes vom mit Torf geheizten Ringofen bis zum modernen Durchlaufofen mit Gasbrennern.

Unser Wanderfreund Hermann Klasen hat über diesen erlebnisreichen Tag in den OTB-Nachrichten Nr. 3/2016 und in der Internetpräsentation des OTB ausführlich berichtet.

Ein Höhepunkt des Wanderjahres war das gemeinsame Grünkohlessen mit anschließender Generalversammlung. Nach der Völlerei erfreuten wir uns an der launigen Abschiedsrede des amtierenden Königs Hermann Klasen und an der Proklamation des neuen Kohlkönigs Dieter Hundt.

Und wie es sich für einen Wanderclub gehört, wird nicht nur jede Wanderung protokolliert, sondern alle erbrachten Wanderleistungen werden sorgfältig notiert und persönliche Rekorde öffentlich belobigt. Wer mehr über den Weitgehclub wissen möchte, dem seien die sehr lesenswerten Berichte unseres Wanderbruders Hermann Klasen mit dem Titel „Der WGC im OTB“ (abgedruckt in den OTB-Mitteilungen Nr. 1/2011) und mit dem Titel „Jubiläum: Weitgehclub feiert 1600. Wanderung“ (abgedruckt in den OTB-Mitteilungen Nr. 2/) sehr empfohlen. Beide Berichte sind auch in der Internetpräsentation des OTB veröffentlicht.

Der Weitgehclub besteht zurzeit aus 46 aktiven und 4 inaktiven Wanderern im Alter von 66 bis 93 Jahren, das Durchschnittsalter beträgt 76,4 Jahre.

Alle Aktivitäten der Wandergruppen ließen sich nur durchführen, weil engagierte Mitglieder der Abteilung sich eingesetzt haben und nur so die große Vielfalt an Veranstaltungen möglich war.

Erwähnenswert sind folgende runde Geburtstage, die Mitglieder unserer Wanderabteilung im vergangenen Wanderjahr vollendet haben, nämlich:
> von den aktiven Wanderinnen und Wanderern wurden

70 Jahre:      Antonius Imholt, Hermann Klasen, Günter Scheper und Wilfried Terno

80 Jahre:    Peter Behrens, Albert Dumbsky, Eva-Marie Fischer, Dieter Hundt,

       Theda Manno, Gerda Salomon, Walter Schröder, Hans-Martin Schutte und Ingrid Wiese,

     > und von den inaktiven Mitgliedern der Wanderabteilung wurde

70 Jahre: Hans-Georg Müller.

Besonders hervorheben möchte ich in diesem Jahr alle WanderInnen, die in vergangenen Jahr älter als 90 Jahre wurden, nämlich

Werner Dörfel (93), Rudolf Dohrmann (92), Hans Hemmen (94), Paul Hey (96), Hermann Rudolph (91), Gisela Ahlring (93), Otto Keune (94),  Ilse Kristin (94), Annemarie Krull (91), Renate Lüttgau (95), Marga Süykers (91) sowie Anna Bach, die am 22. Mai 2014 ihr 105. Lebensjahr vollendete. Auch an dieser Stelle unsere Glückwünsche zur Vollendung dieser hohen Geburtstage und jetzt ist wohl ein besonderer Applaus – besonders für Anna Bach - fällig!

Ebenso erwähnenswert wären Vereinsjubiläen,  die aber im vergangenen Jahr nicht wie bisher von der Vereinsführung gewürdigt wurden. Es wird gerade an einem neuen Konzept gebastelt. Die vorgesehene Würdigung soll wohl künftig in den Sommermonaten stattfinden.

 Zu unserem Leben - auch zu einem Wanderleben - gehören Abschiede!
Wir Wanderer haben nämlich auch im vergangenen Jahr langjährige Wanderfreunde verloren!

Zusammen mit den Angehörigen betrauern wir den Tod von
Markus Müller, verstorben am 18. April 2016 im 88. Lebensjahr,
Dieter Voß, verstorben am 29. April 2016 im 91. Lebensjahr und
Hans-Dieter Bruns, verstorben am 02. August 2016 im 90. Lebensjahr.

Damit verlor der OTB drei Sportler, die das Vereinsleben seit Jahrzehnten u.a. auch in der Wanderabteilung in hohem Maße bereichert haben. Der OTB hat die Verdienste der Verstorbenen auch und besonders für die Wanderabteilung in einem Nachruf ausführlich gewürdigt. Nicht unerwähnt gelassen werden sollte bei dieser Gelegenheit unser ehemaliger Wanderfreund Hans Fokke Hinrichs, der am 21. Dezember 2016 im 74. Lebensjahr verstarb.  Viele aus unserem Kreis erinnern sich an die gemeinsamen Wanderungen mit den Verstorbenen und werden sie in guter Erinnerung behalten.

 

Zu Schluss möchte ich in besonderem Maße Dank sagen:
den Leitern der Seniorenwandergruppe, Peter Holl und Hajo Gerdes,
dem bisherigen Leiter der Sonntagswandergruppe, Hans-Martin Schutte, und
dem Vortreter des Weitgehclubs, Dieter Finck. 

Durch Eure weitgehend selbständige Arbeit in Euren Gruppen habt Ihr meine Arbeit als Abteilungsleiter - so wie ich es mir bei meiner ersten Wahl vor sieben Jahren gewünscht hatte -  sehr leicht gemacht. Dafür ein herzliches „Dankeschön“! An dieser Stelle aber auch ein Dank an Anne Dobrat, die die Aufgabe übernommen hat, fortan die Sonntagswandergruppe zu leiten.

Zugleich möchte ich es aber nicht versäumen, auch den Wanderführerinnen und Wanderführern sowie allen, die sich in der Wanderabteilung aktiv durch Übernahme von Sonderaufgaben betätigt haben, sei es durch das Schreiben von Protokollen, Beiträgen und Berichten, das Fortführen der Chronik des WGC, das Pflegen unseres Archivs, das Absprechen der Mittagsmahlzeiten mit den Lokalbetreibern, das Vortragen von Geschichten und Gedichten, beim Singen im Winterhalbjahr mit Helga Dalenbrook sowie den Besuch bei erkrankten Wanderinnen und Wanderern unserer Abteilung ganz besonders zu danken. 

All diesen fleißigen Helfern ist bewusst, dass unser OTB kein Dienstleistungsbetrieb ist, sondern ein Sportverein, in dem ein kameradschaftliches und helfendes Miteinander zum Gelingen einer jeden Wanderung oder anderen Veranstaltung selbstverständlich ist.               Manfred Rowold

 

 

 

25.09.2016

Jahresfahrt 2016 der Wanderabteilung des OTB

"Hoyerswerdaer Tageblatt" berichtet am 13. September 2016 über Bildungsreise in der Lausitz

Einundvierzig Wanderer bestiegen bei sonnigem, warmem Wetter den Bus, der uns in die Niederlausitz nach Cottbus bringen sollte. Die Stimmung war gut und die Neugier auf neue Erlebnisse groß! Berechtigterweise, denn Hans Martin Schutte und sein fünfköpfiges Team hatten wieder ein abwechslungsreiches, interessantes Programm zusammen gestellt. Da waren die Stadt Cottbus und das Fürst-Pückler-Schloss Branitz mit seinem Park zu bewundern.

Am nächsten Tag standen außer einer Wanderung im Raum Geierswalde, Senftenberg und die Gartenstadt Marga auf dem Programm. Der Senftenberger See und seine Umgebung zeigen anschaulich, was aus einem Braunkohlenabbaugebiet durch Renaturierung wieder entstehen kann, zum Wohle der Natur und auch des Menschen. Bei der Wanderung im Niederlausitzer Landrücken waren wir froh, unter Bäumen im Schatten gehen zu können. Die Sonne meinte es arg gut mit uns. Wir entdeckten die ersten Kraniche und eine Führung durch die hübsche kleine Stadt Luckau gehörten zum Tagesprogramm.

Die Stadt Calau lockte mit ihrem „Witzeweg“, bei dem wir mit reichlich „Kalauern“ versorgt wurden. Aber auch die Calauer Schweiz bot sich als schattige Wanderregion an bei ihrer Rast auf dem Weg in den Süden. Auch ein Besuch im Sielmann-Park. In Hoyerswerda erwartete uns ein Kontrastprogramm: Zunächst gingen wir auf den Spuren „Brigitte Reimanns“, einer schon mit 39 Jahren verstorbenen DDR-Schriftstellerin, deren Glauben an ein besseres, sozialistisches Deutschland ins Wanken kam, ein besonderer Kunstgenuss, auf den wir schon durch Matthias Schachtschneider vorbereitet waren! Und das Hoyerswerdaer Tageblatt berichtete am 13. September 2016 über unseren Besuch.

Danach lernten wir `Schwarze Pumpe` kennen, ein Ort mit seinem Hauptarbeitgeber, dem Braunkohlekraftwerk, einem ganz modernen gigantischen Industriebau. Wir konnten ihm bis aufs Dach steigen, in eine Höhe, die die Kölner Domtürme überragt. Am letzten Tag vor der Rückreise erwartete uns noch einmal ein Höhepunkt: Ein Weltkulturerbe, der Muskauer Park! Das Schloss und der Park : wir waren begeistert.

Es fehlte auch nicht an hochinteressanten Vorträgen zu unseren Ausflügen. Bei all dem Wandern, Sehen, Hören, Wundern und Staunen kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Selbst zur Mittagszeit warteten immer in ansprechenden Lokalen schmackhafte kleine Malzeiten auf uns. Den Abschluss bildete ein fröhlicher Wanderliederabend, der von Dieter Hund mit seiner Gitarre begleitet und von Elfriede Coburger mit ins Plattdeutsche übersetzten Kalauern aufgelockert wurde. Helga Meyer

 


Der Besuch der Wanderer des OTB interessierte auch die örtliche Presse. Uwe Jordan berichtete über die Erlebnisse der Oldenburger Gäste am 13. September im „Hoyerswerdaer Tageblatt“, einem Regional-Ableger der "Sächsischen Zeitung".

Sonntagswanderer erkunden Hoyerswerda
160. Brigitte-Reimann-Spaziergang brachte einer Oldenburger Gruppe die Stadt der „Franziska-Linkerhand“-Autorin nahe

Wunderliche Wege führen bisweilen nach Hoyerswerda – aber wer sie bewusst angetreten hat, bereut sie selten. Das trifft sicher auch auf eine Gruppe von rund 40 Oldenburgern zu, die gestern Gäste des 160. Brigitte-Reimann-Spazierganges des Kunstvereins Hoyerswerda auf den Spuren der „Hoyerswerda“-Autorin waren. Die Niedersachsen erfuhren von Leben und Zeit der Reimann – aus Tagebuch-Notizen und Texten der Schriftstellerin selbst; gelesen von Helene Schmidt und Angela Potowski; aber auch aus Anekdoten und Geschichtchen, erzählt von Helene und Martin Schmidt, die ja Brigitte Reimann in ihren Hoyerswerdaer Jahren von 1960 bis 1968 persönlich kannten und begleiteten.

Der Stadtbaurat gab den Anstoß Die Oldenburger Gäste sind „Sonntagswanderer“ im stolzen, seit 1859 bestehenden OTB, dem Oldenburger Turnerbund. Jeden zweiten Sonntag wandern sie. Aber einmal im Jahr wird eine große Ausfahrt unternommen, eine „Bildungsreise“. Die führte diesmal in die Lausitz, speziell nach Hoyerswerda. Zwei Männer ergriffen die Initiative. Zum einen Hans-Martin Schutte. Den ehemaligen Stadtbaurat (der Titel entspricht in etwa dem des Chef-Architekten von Hoyerswerda) des 160 000 Einwohner beherbergenden Oldenburg hatte die fachliche Seite der Angelegenheit Hoyerswerda interessiert: die Architektur. Hermann Henselmann.

Der Star-Architekt des Hochhauses an der Weberwiese in (Ost-) Berlin (1951), wenngleich in manch Nöte mit der Staatsmacht verstrickt, war seinerzeit Gesprächspartner für Brigitte Reimann. Briefwechsel mit Henselmann Sie schrieb ihm am 11. Juni 1963 aus Hoyerswerda: „Lieber Herr Professor Henselmann… ... Mir bereitet es physisches Unbehagen, wenn ich durch die Stadt gehe – mit ihrer tristen Magistrale, mit Trockenplätzen zwischen den Häusern, wo Unterhosen und Windeln flattern, mit einer pedantischen und zudem unpraktischen Straßen-führung, die die Erfindung des Autos ignoriert. ... Wahrscheinlich lässt sich in den fertigen Wohnkomplexen nichts mehr korrigieren, aber es müsste doch möglich sein, die Pläne für die nächsten Komplexe in irgendeiner Weise zu beeinflussen ... das Thema liegt mir auch deshalb am Herzen, weil mein nächster Held Architekt sein wird, und nun versuche ich von allen Leuten, deren ich habhaft werden kann, zu erfahren, wie weit die Architektur das Lebensgefühl ihrer Bewohner zu prägen vermag, und mir scheint, sie trägt in gleichem Maße zur Seelenbildung bei wie Literatur und Malerei, Musik, Philosophie und Automation.“

Henselmann antwortete zehn Tage später: „Liebe Frau Reimann ... Kann man nicht unsere sozialistische Heimat so gestalten, dass man nach ihren Städten Heimweh empfinden kann? Fragen über Fragen. Es wäre schön, wenn wir einander helfen könnten, eine Antwort zu finden ...“ Der Roman „Franziska Linkerhand“ wurde der Versuch einer Antwort-Findung. Schutte, dessen Mutter 1904 in Hoyerswerda (!) geboren worden war, besuchte vor drei Jahren allein diese Stadt: „Wir haben ja als Architekten nur den Bau von Städten erlebt, nicht aber den Rückbau. In Hoyerswerda habe ich erstmals den Abriss eines größeren Gebäudes gesehen – eine faszinierende Erfahrung.“ Ergo: Man sollte Hoyerswerda mit den Wanderfreunden sehen! Im „Haus des Lehrers“.

Ein Freund von ihm, Matthias Schachtschneider, wurde hellhörig: In seiner Zeit als Lehrer hatte er sich viel mit DDR-Literatur beschäftigt, 1977 auch die „Franziska Linkerhand“ gelesen. „Wenngleich das damals eher unter dem Blickwinkel der Emanzipation der Frau geschah.“ Mit Hermann Henselmann verband ihn das vom Architekten geschaffene „Haus des Lehrers“ in (Ost-)Berlin, in dem er zu DDR-Zeiten im Rahmen des Ost-West-Kulturaustauschs weilte – natürlich ging es um Literatur, Christa Wolf, Brigitte Reimann ... Jetzt, Jahre später, waren die Erinnerungen wieder da; die Begeisterung für eine Hoyerswerda-Fahrt geweckt. Schachtschneider bereitete ein Referat zu Brigitte Reimann, deren Vita ihn begeisterte, vor. Die Tour konnte beginnen.

Nach Schachtschneiders Referat am Sonntag gab’s gestern besagten Reimann-Spaziergang, der am ehemaligen Wohnhaus der Literatin an der Liselotte- Herrmann-Straße 20 begann und nach Lesungen von Textpassagen an Originalschauplätzen am Brigitte-Reimann-Denkzeichen im Zentralpark endete. Dann fuhr die Oldenburger Gruppe ins Kraftwerk Schwarze Pumpe, das ja auch auf historischem „Brigitte-Reimann-Boden“ steht. Am Abend war noch ein Abend zu Kultur und Leben der Sorben geplant, ehe heute die Lausitz-Tour nach Kromlau weitergeht. Doch vielleicht zieht es den einen oder anderen Oldenburger ja noch einmal nach Hoyerswerda zurück.

Hoyerswerda

01.09.2016

Kulturwanderung des WGC am 12. Juli 2016 zum Thema "Geschichte der Ziegelproduktion"

Auf den Spuren der Mauerziegel und Klinker

29 Wanderer begaben sich am 12. Juli zur Kulturwanderung auf die "Spur der Steine" nach Friesland.

Erneut hat Volker von Hagen eine Kultur-/Bildungswanderung organisiert. Am 12. Juli nahmen 29 wissbegierige Wanderer im Bus Platz und starteten bei gutem Wetter zu einer gemütlichen Fahrt durch das sonnige Friesland. Die "Spur der Steine", die bereits mit dem Turmbau zu Babel um 3000 v. Chr. begann, reicht über die Römer, die Mönchsorden, die Hanse und viele weitere Stationen bis nach Friesland. Wir besuchten die Fa. Uhlhorn in Bockhorn/Grabstede, die einzig verbliebene Ziegelei im Ort.
 

Uhlhorn produziert heute noch jährlich rund 10 Millionen Ziegel. Das Rohmaterial - Lehm und Ton - wird überwiegend in der Region gewonnen. Der Brand, der in einem Tunnelofen bei 1.200 Grad erfolgt, bringt zahlreiche Farben hervor und ergibt die besondere Festigkeit und Langlebigkeit der Steine.

Bei unserem zweiten Halt am Nachmittag erlebten wir die Produktion der Wittmunder Torfbrandziegel. Die hier verwandte alte Technik ist inzwischen etwas sehr Seltenes geworden: gebrannt wird in einem der wenigen noch arbeitenden Ringöfen mit Torf. Hierdurch ergibt sich das besondere Farbspiel des "Wittmunder Torfbrandes". Den Unterschied zum Tunnelofen  kann man relativ kurz - wenngleich keinesfalls vollständig - zusammenfassen: im Tunnelofen bewegen sich die Steine, im Ringofen bewegt sich das Feuer. Wir lernen die komplexen Arbeitsgänge kennen, dürfen von oben in das Feuer blicken und dies sogar mit Torf füttern.

Zwischen diesen Einblicken in diese jahrtausende alte Kulturtechnik gab es eine mittägliche Stärkung  im "Holtriemer Hof" in Nenndorf bei Aurich mit Emder Matjes und Bratkartoffeln. Glückwünsche gabe es für unser Geburtstagskind Hans Hemmen zum 93. Geburtstag.

Der Tag war so interessant, dass unser Zeitplan nur mit Mühe eingehalten werden konnte - wass aber niemanden verdross.

Abschließend galt der besondere Dank unserem Organisator Volker von Hagen, der diesen Tag excellent vorbereitet und durchgeführt hat.