Aktuelles vom Tischtennis
So schrieb der OTB Geschichte

OTB-Erfolgsgarant: Valentin Nad Nemedi (links) gewann im Doppel mit Hsin-Yang Li und seine beiden Einzel. BILD: Piet Meyer
Das war spannend, das war stark, das war historisch: Zwei Wochen nach dem allerersten Spiel einer Oldenburger Mannschaft in der 2. Tischtennis-Bundesliga hat das Team des OTB (jetzt 2:2 Punkte/8. Platz) für den allerersten Sieg auf diesem Niveau gesorgt. Im Heimspiel gegen Fortuna Passau (3:3/7.) führte Valentin Nad Nemedi nach insgesamt dreieinhalb Stunden Spielzeit im fünften Satz gegen Leon Benko 9:7 und hatte Aufschlag: Zweimal punktete er direkt und machte so das 6:4 perfekt.
Der Doppel-Coup: „Top-Mannschaftsleistung“, freute sich Philipp Floritz: „Mit 2:2 Zählern spielt es sich in den nächsten Partien angenehmer.“ Die Gäste hatten bei ihrer Reise aus dem tiefen Südosten in den hohen Nordwesten am Vortag 6:4 im Westen bei Union Velbert gewonnen. Ihr größter Trumpf waren die bisher ungeschlagenen Doppel. Doch Nad Nemedi und Hsin-Yang Li fügten Benko und Elia Schmid durch ein 3:2 die erste Pleite zu und sorgten für das 1:1, nachdem Floritz und Vincent Senkbeil 1:3 gegen Viktor Yefimov und Yang Hao-Jen verloren hatten.
Das Altmeister-Debüt: Im Einzel pausierte Senkbeil, dafür kam Chen Weixing zu seinem Debüt. Wegen seines Abwehrspiels ist der 53-jährige OTB-Neuling, der beim 2:6 im Auftaktduell gegen Mainz 05 gefehlt hatte, weil er als Nationaltrainer Österreichs unterwegs war, ein eher komplizierter Doppel-Partner. Dazu war er jetzt nach einer Krankheit auch noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte.
Der Kanten-Treffer: Trotzdem sorgte der frühere Weltklassespieler im Einzel für ein erstes Highlight. Gegen Yefimov spielte er im ersten Satz aggressive Noppen-Schupfbälle, die dafür sorgten, dass der Ukrainer einen zu langen Topspin nach dem anderen über den Tisch zog. 10:0, Chen hatte Aufschlag, der sprang unerreichbar an die Tischkante. Einen entschuldigenden Blick sandte der Oldenburger daraufhin dem Gegner zu – ist es doch eher verpönt, 11:0 zu gewinnen. „Der sollte eigentlich gar nicht auf den Tisch“, gab er später auch zu. Yefimov stellte sich allerdings immer besser auf die Noppenbälle ein, Chen kam gegen die harten Angriffe nicht mehr in sein Abwehrspiel hinein und verlor 1:3.
Die Sidespin-Angriffe: Nebenan gewann dafür Li ebenfalls 3:1 gegen seinen taiwanesischen Landsmann Yang zum 2:2. Unten spielte der OTB seine Vorteile aus. Floritz siegte klar gegen den aus Kroatien stammenden Benko (3:0). Nad Nemedi setzte sich knapp mit 3:1 gegen Schmid durch. Der Schweizer überraschte immer wieder mit unkonventionellen Sidespin-Angriffsbällen und -Blöcken, unterlag aber 1:3.
Der Nerven-Krimi: In der zweiten Runde musste der OTB das 4:4 hinnehmen, weil Li etwas gehemmt gegen Yefimov wirkte (1:3) und Chen keine Chance gegen Yang hatte (0:3). „Ich konnte mich kaum bewegen“, gab der Altmeister später zu Protokoll. Dennoch ging der Schachzug auf, den Österreicher (geboren in der zu China gehörenden Inneren Mongolei) aufzustellen. Auf das untere Paarkreuz war wieder Verlass. Auch Floritz beherrscht Sidespin-Bälle, sogar besser als Schmid, und gewann erneut klar 3:0, ehe Nad Nemedi durch das 3:2 im Nerven-Krimi gegen Benko die Fans in der mit 110 Besuchern besetzten Halle jubeln ließ.
(Quelle: NWZ 08.10.2025)
Bachelor leitet gegen OTB III Wende ein
Oldenburger unterliegen im Verbandsliga-Topspiel in Friedeburg
Im ersten Duell zwischen zwei der großen Drei in der Tischtennis-Verbandsliga musste sich der Oldenburger TB III (jetzt 2:2 Punkte/6. Platz) am Wochenende nach einem 5:0-Start noch mit 7:9 beim TV Friedeburg (4:0/2.) geschlagen geben. Eigentlich sind Spieler mit einem QTTR-Wert von mehr als 2000 Punkten auf diesem Niveau eher eine Seltenheit. Der OTB III, der Gegner aus dem Kreis Wittmund und der wie dieser mit finanzstarker Unterstützung aufgestiegene MTV Jever II (2:0/5.) verfügen jeweils über mindestens vier solcher Akteure.
Das Verbandsliga-Duell
„Wir wussten, dass Friedeburg mit voller Kapelle spielen wird, also mussten wir auch mit guter Aufstellung antreten, um eine Chance zu haben“, meinte Andre Stang vom OTB III. Und so trafen zwei Teams aufeinander, die auch eine Liga höher eine gute Rolle spielen würden. Auf durchschnittlich 2038 QTTR-Punkte kamen die sechs Oldenburger, trotzdem waren sie Außenseiter angesichts der im Schnitt 2094 Zähler bei Friedeburg.
Der Turnerbund legte aber stark los, gewann alle drei Doppel und erhöhte durch Justus Lechtenbörger (3:1 gegen Ex-Bundesligaspieler Jochen Lang) und Nicolai Popal (3:0 gegen Christian Reichelt). In der Mitte führten Stang und Nico Schulz auch jeweils 2:1 gegen Stefan Höppner und Dominik Stuckmann, der auch außerhalb der Tischtennis-Szene als früherer TV-„Bachelor“ bei RTL bekannt ist. Doch beide Partien gingen noch an die Gastgeber, die so die Wende einleiteten. Nur Popal (3:2 gegen Lang) und Schulz (3:0 gegen Höppner) punkteten noch für den OTB III. „Das war total auf Augenhöhe“, fand Stang: „Unglücklich war, dass wir unten 0:4 gespielt haben, da hatten wir mehr erhofft.“
(Quelle: NWZ, 01.10.2025)
So ein Highspeed-Duell hat Oldenburg noch nicht gesehen

OTB-Debütant: Hsin-Yang Li gewann im Doppel und ein Einzel. BILD: Martin M.Wilczynski
Ein Raunen ging immer wieder durch die Halle beim allerersten Spiel des Oldenburger TB in der 2. Bundesliga – speziell beim Spitzenduell. „Das war absolutes Highspeed-Tischtennis von zwei Spielern, die wohl auch in der ersten Liga mithalten könnten“, kommentierte Philipp Floritz das Kräftemessen von Zugang Hsin-Yang Li mit Chia-Hung Sun. Letzterer lag hier am Ende knapp und insgesamt mit Mainz 05 6:2 vorn.
„Die sind stark, selbst mit voller Truppe können wir gegen die kaum punkten“, sagte Floritz über die Tabellenführer (jetzt 6:0 Punkte). Er selbst konnte wegen einer Verletzung nur als Coach helfen. Auch Chen Weixing fehlte (der zweite Turnerbund-Neuling war in seiner Funktion als Nationaltrainer Österreichs unterwegs), so dass neben Valentin Nad Nemedi und Vincent Senkbeil auch Nico Schulz aus dem Verbandsliga-Team seine Zweitliga-Premiere feierte. Der OTB II spielte zeitgleich in der Regionalliga.
Im Doppel machten Schulz und Senkbeil ihre Sache sehr ordentlich, hatten gegen die jungen Spanier Daniel Berzosa und Albert Vilardell sogar einen Satzball zum Einzug in den Entscheidungsdurchgang. Ihr 1:3 glichen am Nebentisch Li und Nad Nemedi durch ein 3:1 gegen Sun und Nathan Lam aus. Weil Mainz mit gleich drei Linkshändern antrat, mussten hier zwei zusammenspielen, da harmonierten die schnellen Li (Rechts) und Nad Nemedi (Links) besser.
Im Einzel blieben größere Überraschungen aus. Li bezwang Berzosa, Nummer 166 der Weltrangliste und amtierender Jugend-Mixed-Europameister, sicher 3:0. Nad Nemedi hielt gegen Sun gut mit, hatte in Durchgang eins wie zwei sogar jeweils Satzball, unterlag aber 0:3. Auch Senkbeil (gegen Lam, Nummer eins des französischen Jugend-Nationalteams) und Schulz (gegen Noppenspieler Vilardell) legten nicht nach, so dass es 2:4 vor der zweiten Runde stand.
Hier kam es nun zum Highlight-Duell der Spitzenkräfte, das auch ein Prestige-Duell war. Li und Sun konkurrieren um einen Platz im erweiterten Kreis der zur Weltspitze zählenden Nationalmannschaft von Taiwan. Die Qualität ihrer Bälle war in Oldenburg bisher kaum zu sehen. Li gewann Satz eins und auch den zweiten trotz eines 2:8-Rückstands. Am Ende setzte sich aber doch der erfahrenere Sun durch.
Da auch Nad Nemedi gegen Berzosa verlor, stand am Ende des OTB-Zweitliga-Debüts ein 2:6 auf der Anzeigetafel. „Aber die Zuschauer haben einiges geboten bekommen. Wir haben uns gut präsentiert, gerade die Doppel waren stark“, meinte Floritz: „Wir müssen gegen andere Mannschaften punkten.“ Vielleicht ja schon im nächsten Heimspiel am 4. Oktober (Samstag, 17.30 Uhr, Haarenesch-Halle) gegen Fortuna Passau (bisher nicht aktiv). Da ist dann auch der erste Einsatz von Abwehr-Ikone Chen Weixing eingeplant.
(Quelle: NWZ, 24.09.2025)
OTB II gelingt der perfekte Saisonstart
Mit zwei Siegen ist die Zweitliga-Reserve des Oldenburger TB erfolgreich in die Saison in der Tischtennis-Regionalliga gestartet. Auch die 2024 neu gegründete Frauen-Mannschaft der Orcas setzte nach dem Landesliga-Aufstieg über die Relegation mit einem 9:1 gegen den Elsflether TB gleich ein Ausrufezeichen.
„Perfekter Start“, sagte Spitzenkraft Heye Koepke nach dem Aufgalopp mit dem OTB II in der insgesamt noch einmal aufgerüsteten Regionalliga. Er fand es eher überraschend, dass bei Eintracht Bledeln (6:4) und Arminia Hannover (7:3) vier Punkte heraussprangen, weil er die Siegchance vorher jeweils maximal bei 50 Prozent gesehen hatte.
In Bledeln sorgte Koepke nach einem 2:0 in den Doppeln und einem 3:3 nach der ersten Einzelrunde selbst für eine Überraschung, in dem er Jann Mari Nayre schlug. Der philippinische Eintracht-Zugang dürfte zu den Assen der Liga zählen. Bastian Meyer und der 15-jährige OTB-Neuling Daniel Nagy sorgten für die Zähler fünf und sechs. „Das war sehr kräftezehrend. Am Sonntag haben wir uns dann aber trotzdem als ausgeglichenere Mannschaft präsentiert – das macht Mut für die nächsten Spiele“, meinte Koepke. Den Grundstein für das 7:3 in Hannover legten Nagy und Justus Lechtenbörger mit vier Siegen im unteren Paarkreuz.
Schadlos hielten sich auch die Frauen der Orcas Oldenburg gegen Elsfleth. Der Vierte der Landesliga 2024/25 musste allerdings auf Spitzenspielerin Katja Schneider verzichten. „Ein überzeugender Start – außer von mir“, fand Phoebe Betten. Sie hatte den einzigen Gegenpunkt zugelassen. Überzeugend agierte speziell Lea Rachuba. Die Jüngste im Team war in beiden Einzeln Außenseiterin, siegte aber jeweils 3:1.
(Quelle: NWZ, 24.09.2025)
Jetzt beginnt das Abenteuer 2. Bundesliga
OTB startet mit Verstärkung Hsin-Yang Li zu Hause gegen Mainz 05

Hat den Turnerbund in die 2. Bundesliga geführt: Philipp Floritz. Bild: Anastasiia Hrytsenko
Nach einem bemerkenswerten Durchmarsch kann der Oldenburger TB den Tischtennis-Fans an diesem Sonntag eine Premiere bieten. Nachdem der Turnerbund nur acht Jahre gebraucht hat, um aus der Bezirksoberliga sechs Spielklassen nach oben zu klettern, bestreitet an diesem Sonntag nun erstmals ein Team aus der Stadt ein Spiel in der 2. Tischtennis-Bundesliga. Um 14 Uhr beginnt das Duell mit dem FSV Mainz 05 in der Haarenesch-Halle.
Der OTB peilt mit den Zugängen Hsin-Yang Li (25, kam von Ligarivale TTC Hohenstein-Ernstthal) und Altmeister Chen Weixing (der 53-Jährige ist Österreichs Nationaltrainer und war für den TV Leiselheim zuletzt 2024 in der 2. Bundesliga aktiv) den Klassenerhalt an. Aus der Aufstiegsmannschaft sind Philipp Floritz, Valentin Nad Nemedi und Vincent Senkbeil eingeplant.
Gleich im ersten Spiel stellt sich mit Mainz 05 ein Schwergewicht der zweithöchsten Spielklasse vor. Der Vize-Meister der vergangenen Saison ist auch mit veränderter Aufstellung schon stark mit zwei Siegen in die Saison gestartet.
Ob der OTB in Bestbesetzung starten kann, steht noch nicht fest, hinter dem ein oder anderen Spieler steht noch ein Fragezeichen. Fest eingeplant ist aber der erste Einsatz von Li. Der neue Spitzenspieler hat schon 2024/25 Hohenstein-Ernstthal mit 15:5 Siegen im oberen Paarkreuz zum Klassenerhalt geführt. Jetzt könnte der 25-jährige Taiwanese zu den absoluten Attraktionen der Liga zählen. Freuen dürfen sich die Oldenburger Zuschauer auf jeden Fall auf einen der dynamischsten und schnellsten Akteure im deutschen Tischtennis.
Der Eintritt zum allerersten Oldenburger Zweitliga-Duell ist frei, für zehn Euro können die Zuschauer auch ein All-Inklusive-Ticket für Essen und Getränke erwerben. (Quelle: NWZ, 19.09.2025)
