Aktuelles von den Wanderern

Die Jahreswanderpläne 2019 für die Sonntagswanderer und den Weitgehclub (WGC) sind eingestellt (siehe Gruppen) .

08.10.2015

40. Wanderfahrt ins Fichtelgebirge vom 30.09. bis 07.10.2015

"Ah, c'est sans pareil"
"Das ist ohnegleichen!" soll eine Hofdame des Markgrafen Friedrich III. von Brandenburg-Bayreuth ausgerufen haben, als sie den Felsengarten Sanspareil im Jahre 1746 das erste Mal sah.
Ähnlich erging es 38 Wanderinnen und Wanderern während ihrer 40. Wanderfahrt vom 30.09. bis 07.10.2015 nach Goldkronach im Fichtelgebirge beim Anblick dieses natürlich gewachsenen Felsenhains. Die Anlage, etwa 20 km westlich von Bayreuth, wurde damals von der Markgräfin Wilhelmine, einer Schwester von Friedrich II., mit einem kleinen Schlösschen, einem Belvedere, einem Ruinentheater und anderen Staffagen ausgeschmückt und als eines von sechs Wanderzielen der Gruppe ausgewählt. 


Erste Ursprünge Frankens liegen in der Ansiedlung der Franken seit dem 6. Jahrhundert. Wie es dann weiter ging, hörten wir in einem abendlichen Referat.
Die Eremitage in Bayreuth ist eine ab 1715 entstandene historische Parkanlage mit Wasserspielen und Bauwerken, die zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört. Auch dieses Wanderziel wurde, ebenso wie der Stadtrundgang, durch abendliche Referate vorbereitet.
Hierbei ging es um das Wirken der Markgräfin Wilhelmine, sie lebte 26 Jahre in der Stadt, sowohl in gesellschaftlicher Hinsicht, als auch um ihre Ideen in der Kunst und Architektur. Joseph Saint-Pierre arbeitete ab 1743 am Hof des Markgrafen in Bayreuth als fürstlicher Hofbauinspektor und setzte Wilhelmines Pläne fachgerecht um. Die Neugestaltung des Stadtbilds von Bayreuth Mitte des 18. Jahrhunderts ist wesentlich auf seine Bautätigkeit zurückzuführen. Die Wanderungen durch Stadt und Park wurden zur Vervollständigung durch örtliche Führer begleitet.
Jean Paul, eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, war ein deutscher Schriftsteller. Sein Werk steht literaturgeschichtlich zwischen den Epochen der Klassik und Romantik. Er lebte 21 Jahre in Bayreuth. Anlässlich seines 250. Geburtstages im Jahr 2013 wurde der ca. 200 km lange "Jean-Paul-Wanderweg" von Jodlitz in Thüringen bis nach Wonnsees Sanspareil eingeweiht. Ein fesselnder Vortrag am Abend half uns bei Wanderetappen auf dem landschaftlich schönen Jean-Paul-Weg die am Wegesrand vorgefundenen Aphorismentafeln annähernd zu verstehen.
Goldkronach, unser Standort, so wurde uns schon während der Anreise erläutert, liegt direkt auf der Fränkischen Linie, einer geologischen Störung. An diesem Bruch in der Erdkruste, einer der bedeutendsten tektonischen Bruchzonen Europas, senkte sich die Vorland-Scholle, während jene des Fichtelgebirges sich hob. Auf diese erdgeschichtlichen Verwerfungen sind die Goldvorkommen in Goldkronach zurückzuführen. Sie sind auf einen kleinen Raum, dem Goldberg begrenzt. Hier ergab sich die Möglichkeit, im Rahmen einer Tageswanderung, den "Schmutzler-Stollen" und den "Mittlerer Tagesstollen Name Gottes" unter sachkundiger Führung von Bergleuten zu erkunden.

Da sowohl Bischofsgrün mit dem Ochsenkopf als auch das Schloss Fantaisie in Eckersdorf den Jean-Paul-Weg tangieren, ergaben sich auch Möglichkeiten der Erkundung und Besichtigung des Gartenkunst-Museums im eben erwähnten Schloss.
Die launig gehaltenen Dankesworte eines Mitwanderers am letzten Abend, begleitet von fröhlichem Gesang und kleinen plattdeutschen Geschichten, galten nicht nur dem guten Wetter, sondern auch allen Referenten und Organisatoren der Gruppe, die mit großem Einsatz zum Gelingen dieser 40. Wander- Kulturfahrt der Wanderabteilung beigetragen habe

15.07.2015

Kleine Kulturwanderung des WGC am 14. Juli 2015

Motto: Aus Wind mach Strom“ Eine Reise nach Ostfriesland

Erneut hatte  Folker von Hagen es auf sich genommen, eine Bildungswanderung für uns zu organisieren. Um 8.30 Uhr hatten daher 30 wissbegierige Wanderer im Bus Platz und Folker begann mit einem kleinen Einführungsreferat zu den Themen Energiekrise, Energiewende, alternative Energien, Windkraft, um dann überzuleiten auf Enercon und auf Herrn Wobben, den Firmengründer. Der Themenbogen war also weit gespannt. Herr Aloys Wobben, eigentlich vom Hümmling stammend und einer der Pioniere der Windkraft, gründete bereits 1984 in Aurich seine Firma Enercon und entwickelte seine erste Windkraftanlage – damals mit einer Leistung von 55 kW. Inzwischen erreichen seine neusten Windräder 3 MW - also mehr als 50mal so viel!

Zahlen bekommen wir noch genügend zu hören – aber erwähnt sei schon mal, dass die Firma inzwischen direkt und indirekt über 13.000 Menschen weltweit beschäftigt und über 22.000 WKA gebaut hat mit einer Gesamtleistung von 33 GigaWatt - das entspricht mehr als 25 AKW.

Unterdessen sind wir also in Aurichs Ortsteil Sandhorst angekommen, der inzwischen weitgehend im Schatten von Enercon steht. Der Konzern ist in zahlreiche Unterfirmen aufgegliedert. Wir beginnen mit der Besichtigung der „Mechanic Anlagenbau“, dem Betriebsteil, in dem das „Herz“ eines Windrades gebaut bzw. zusammengesetzt wird: die Nabe, die die Flügel trägt und bewegt, der Generator, der den Strom produziert, und die Gondel, welche die ganze zugehörige Technik enthält. Nachdem wir alle in hübsche gelbgrün-neonfarbene Sicherheitswesten gewandet sind, führt Herr Hollander uns durch die Montagehalle und erklärt die einzelnen Schritte. Wir erfahren, dass die Anlage selbstregulierend ist, d.h. hier gibt es keinen Windmüller, der die Flügel in den Wind dreht, sondern das geschieht automatisch durch bis zu 6 Getriebe.

Im Anschluss daran führt uns Herr Flunkert durch die Rotorenproduktion. Hier in Aurich werden nur die „kleineren“ Rotoren gebaut, bis 92 m Durchmesser - die großen baut man in Magdeburg, bis zu 126 m! Die Rotoren erreichen an den Enden eine Geschwindigkeit von über 300 km/h!

Man produziert hier in diesem Werk mit 1.200 Mitarbeitern 15 Windflügel wöchentlich. Die Herstellung aus komplex geformtem, glasfaserverstärkten Kunststoff erfordert viel Handarbeit, wovon wir uns in der nächsten Stunde überzeugen können. Wie am Fließband, aber doch in scheinbar ruhigem Tempo, laufen die Arbeitsschritte ab in dieser riesigen, 3stöckigen Halle - 400 m lang, 150 m breit, 28 m hoch. Vom ersten Produktionsschritt bis zur Fertigstellung eines einzelnen Rotors dauert es 11 ½ Tage.

Das alles war so interessant und auch durchaus fesselnd dargestellt, dass wir nur mit gewisser Verspätung zu unserem nächsten Programmpunkt kamen: den Besuch des soeben erst eröffneten Energie-Erlebnis- und Bildungszentrum, direkt neben der Firma gelegen. Hier gab es allerdings erst einmal Mittagessen: Lasagne in 2 Ausformungen : „richtig“ und „vegetarisch“ – schmeckte beides sehr gut!

 err de Jonge, der Leiter des Zentrums, begrüßte uns, informierte uns über Werdegang und Intention der Einrichtung und führte uns dann zunächst einmal sehr ausgiebig durch die diversen Lehrwerkstätten, die im Wesentlichen die technische Ausbildung für Enercon besorgen, wobei es aber auch Lernlabore für Schulen gibt. Im Innenhof sehr interessant die kleine erste Windkraftanlage, die Herr Wobben 1986 zusammen geschraubt hat - und daneben Nabe, Generator und Gondel eines modernen Modells - groß wie ein Einfamilienhaus! Leider blieb danach nur wenig Zeit für die eigentliche Ausstellung, die natürlich Energie und Energiegewinnung zum Thema hat und sehr interaktiv gestaltet ist - und somit den Spieltrieb besonders großer und kleiner Jungs befriedigt!

Auf der Heimfahrt bekamen wir im windreichen Ostfriesland noch zahlreiche Windkraftanlagen zu Gesicht – wir sehen sie jetzt mit ganz anderen, verständnisvolleren Augen an und können uns jetzt auch mit mehr Sachkunde an der immer relevanten Diskussion der Energiefrage beteiligen!

Es besteht also aller Anlass, unserem Organisator Folker sehr herzlich für diesen überaus interessanten Tag zu danken!

14.07.2015

Worüber spricht man im WGC?

Worüber spricht man im WGC?

von Wanderfreund Fritz Lehmann
(vorgetragen anlässlich der „Generalversammlung“ am 17. 02. 2009)

Ein Mensch, er hatte die Idee,
ich wandere mal im OTB.
Das tut dem Körper sicher gut.
Die Seele findet neuen Mut,
und auch der Geist wird mitbewegt,
zum flotten Denken angeregt.
Man geht in Gruppen und zu zweit,
man geht zusammen eine Zeit.

Der Themen gibt es da sehr viele.
Individualisten, oft skurrile,
sie denken hin, sie denken her,
sie denken kreuz und denken quer
und was da in den letzten Jahren
zusammen kam, sollt ihr erfahren.
Merkel nach USA gereist,
Kascynski wird schon wieder dreist.

Werder Bremen schoss kein Tor.
Brauchen die Zähne wirklich Fluor?
Die Baskets sind ein Dauerthema.
Wissenschaftsstadt war letztes Jahr Jena,
Oldenburg in diesem Jahr.
Warum, ist nicht so jedem klar.
Saab-Autos sind der große Knüller.
Warum? Fragt nur mal Markus Müller.

Reinheit in der deutschen Sprache
ist Hermann Klasens große Sache.
Reinheit in dem deutschen Bier
bringt für uns alle viel Pläsier.
Was frisst das Reh, was frisst das Vieh?
Wie geht es denn Kurt(s) Ames Knie?
Wie beschleunigt man die Heilung?
Was sind Real- und Gemeinheitsteilung?

Wie heilt man Blasen an den Füßen?
Wie soll man Adlige begrüßen?
Das Erbrecht muss man diskutieren;
die Erben sonst zu viel verlieren.
Was bringt uns wohl der Tiefwasserhafen?
Sind hoch genug die Jugendstrafen?
Wie geht ein Flugzeug in die Lüfte?
Wie duften wohl der Füchse Düfte?

Welche Kleidung ist gut fürs Wandern?
Warum Flüsse wohl mäandern?
Müssen Politiker so viel zetern?
Wann fand sie statt, die Schlacht bei Detern?
Wer wandert, auch Pflanzen kennen muss,
Schafgarbe, Steinmiere und Hahnenfuß.
Natürlich kennt man auch die Fauna.
Wie gut ist wohl für uns die Sauna?

Nehmt nie Natriumhydrogenkarbonat.
Nehmt Backpulver! – Ein guter Rat.
Heiko kennt sich mit Fischpreisen aus.
Das kleinste Raubtier ist die Spitzmaus.
Das Haus Oldenburg in unser Bewusstsein dringt.
Dieter Hundt die tschechische Hymne singt.
Wardenburg war einst Walfahrtort.
Man betete dort in einem fort.

Wie entstanden Hünengräber?
Wie viel Gift verträgt die Leber?
Was sind wohl hybride Rinder?
Wie verzieht man Enkelkinder?
Wie tönt der Brunftschrei von dem Hirsch?
Wie vernichtet man den Giersch?
Kultivierung ist nötig nach Sandabbau.
Wie schützt man sich gegen Geldbörsenklau?

Was gibt es für Getreidearten?
Wieviel Arbeit macht ein Garten?
13 Anbaugebiete gibt es für deutschen Wein.
Deutschlands längster Fluss ist doch der Rhein.
Was haben Widukind und Waltbart einst getan?
Das alles weiß Horst Barelmann!
Was macht man gegen große Schurken?
Wie sehen sie aus, die Erdbeergurken?

Wie findet man Kiebitzgelege?
Was sind denn eigentlich Pikerwege?
Wie schützen wir uns gegen Pfusch?
Was machen wir am Hindukusch?
Wie tief muss man nach Erdöl bohren?
Wie schmeckt Ananasschnaps von den Azoren?
Wie ist das mit gesundem Essen?
Was bringt die Landtagswahl in Hessen?

Unser pensionierter Oberkirchenrat
hat Erläuterungen über die Kirche von Bösel parat.
Wie entstanden unsere Moore?
Welche Bedeutung hatte Eleonore?
Welche Bedeutung hat der Torf?
Was wollte denn der Ludendorf?
Wir fürchten sehr den Klimawandel
und auch den Derivatenhandel.

Was unterscheidet Frösche und Kröten?
Warum sind so viele Banken in Nöten?
Besonders gern in aller Munde
sind Beiträge zur Vogelkunde.
Und jeder weiß, nicht überall
ertönt der Ruf der Nachtigall.
Was Bremen so zu bieten hat,
die alte schöne Hansestadt,
hat Axel einmal vorgeführt.
Der Ratskeller den Marktplatz ziert.

Darinnen lagert alter Wein.
30 000 Flaschen mögen es sein.
Wie eine davon so goutiert,
das haben wir gleich ausprobiert.
Dies war ein Tag nicht wie die Andern,
denn wir waren im Sitzen wandern.
EADS haben wir besichtigt
und eine Meinung gleich berichtigt:

Wir dachten unser Staat der spart.
Doch nicht so bei der Weltraumfahrt.
Dies war eine kleine Auswahl nur
von unseren Gesprächen in Wald und Flur.
Manches Thema war alt und manches neu.
Manches war kess, das andere scheu.
Doch stets mit Geist und Humor gewürzt
wurde manche Wanderung uns verkürzt.
So wird es auch in Zukunft sein,
denn uns fällt immer noch was ein.